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Gruppe III. Chemische Industrie.
fragt sich nur, wie weit man ohne Nachtheil der Güte des Mörtels
gehen kann. v. Wartha 1 ) hat in dieser Beziehung gefunden, dass eng
lischer Portlandcement bis zu 10 p. C. gebrannten Kalk verträgt. Ob
der Kalk gelöscht oder ungelöscht zugesetzt wurde, ist nicht angegeben.
Manger warnt jedo.ch in seinem unten erwähnten Buche ausdrücklich
vor dem ungelöschten Kalk und schreibt Kalkmilch als die richtige
Form vor.
Als ein grosser Fortschritt in der Fabrikation von Portlandcement
ist die Einführung der Ringöfen zu bezeichnen, insofern bei dem
Brennen der erforderlichen andauernd hohen Temperatur gegenüber
Brennstoffersparniss von besonderer Wichtigkeit ist. Es ist namentlich
das Ofensystem von Hoffmann - Licht bis zu 16 Abtheilungen, welches
in der letzten Zeit viel Verbreitung mit bestem Erfolge gewonnen hat.
Selbstverständlich ist es nur für Betriebe im grossen Maassstabe mit
stetigem Absätze geeignet.
Hydraulische Kalke.
Die hydraulischen Kalke im engeren Sinne, mit dem Romancement als
Prototyp an der Spitze, spielen in Deutschland durch das reichliche und viel
fältige Vorkommen brauchbaren Materials noch immer eine hervorragende
Rolle, obwohl einigermaassen bedrängt durch steigenden Mitbewerb des
Portlandcements. Viele Muschelkalke gehören hierher; ferner die bitu
minösen Schiefer- und Stückkalke des Jura und Keuper, auf die H. Früh
ling 3 ) namentlich in Bezug auf den billigen Brand durch den starken
Gehalt an organischer Substanz aufmerksam macht, endlich die Mergel
am Fusse der Alpen und in Ungarn. Die Kenntniss der letzteren
und zwar der Umgegend von Läbatlan (Komorner Comitat in Ungarn)
hat v.Wartha 3 ) durch Untersuchung ihres chemischen Bestandes und
ihres Verhaltens erweitert. Er fand darin:
r °h gebrannt
Kohlensäuren Kalk .... 5P04 Kieselerde 30'76
Kohlensäure Magnesia . . 3'61 Thonerde 7-59
Kohlensaures Eisenoxydul . P94 Eisenoxyd 5-50
Kohlensaures Manganoxydul 0'52 Manganoxyd 2'39
Gebundenes Wasser. . . . D52 Kalk 39'06
In Säure löslich 58’63 Magnesia 2'40
„ „ unlöslich 41'37 Kali und Natron 1-88
lOO'OO In Säure löslich 89’58
„ „ unlöslich 10'30
99-88
D v. Wartha, Dingl. pol. J. CCII, 527. 3 ) H Frühling, Notizbl.
des deutschen Vereins für Ziegelfabrikation etc. 1870, 180. 3) v . Wartha
Dingl. pol. J. CCII, 527.