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Mörtel und Cement.
und Kalk überwiegt, wegen der hoben Temperatur, die Affinität des
Kalks zur Thonerde; es entsteht zunächst als Hauptmoment der Aufschliessung
Kalkaluminat. Die aus dem Thon dabei abgeschiedene
Kieselerde tritt mit dem überschüssigen Kalk zu einer basischen Verbindung
zusammen. Unter der Einwirkung des Wassers zerfällt die
Verbindung des Kalks mit Thonerde und Eisenoxyd in Thonerde- und
Eisenoxydhydrat — die als solche wirkungslos im Cement verbleiben —
und in Kalk. Dieser letztere wird theils Carbonat, theils giebt er, als
Hydrat gelöst, das Mittel zur Bildung eines basischen Kalksilicats, die
unter Erhärtung vor sich geht. Diesem Silicate, als dem eigentlichen
Schwerpunkt der Erscheinung, weist er die Formel 3 Si 0 2 , 5 Ca 0 + 5 H 2 0
oder 3 (Si0 2 ,2Ca0) + 3Si0 2 ,5Ca0 -f 10H 2 0 zu. Bei fortdauernder
Einwirkung der Kohlensäure, wie bei altem erhärteten Cement, setze sich
das basische Silicat nach und nach in freie Kieselerde, in neutrales Silicat
und Kalkcarbonat um. Die freie Kieselerde verkitte (wie bei Gemengen
von Kreide und Wasserglas) die Theilchen des Carbonats zu steinharter
Masse. Die Bildung jenes basischen Kalksilicates könne nur in einem
„alkalischenMedium“ Platz greifen; daher der fördernde und beschleunigende
Einfluss der Alkalien im Cemente.
In Frankreich hatten schon Bivot und Chatenay 1 ) ihrer Zei£
die Bildung von Kalkaluminat, neben Kalksilicat, beide als Hydrate, im
erhärteten Cement angenommen. Diesen beiden Vorgängern — die übrigen
scheinen ihm nicht bekannt — schliesst sich Fremy 2 ) mit einigen
Abweichungen an. Seiner Annahme nach ist das Kalkaluminat das
wesentlichste Agens der Erhärtung, aber nicht das einzige. . Beim
Brennen entstehen nämlich zugleich mit Säure aufschliessbare Silicate,
unfähig Wasser zu binden und für sich zu erhärten, wohl aber fähig,
nach Art der Puzzolane mit Kalk zu erhärten. Diesen Kalk liefert das
Aluminat, welches sich mit Wasser unter Abgabe eines Theils dieser
Base zersetzt. — In einer drei Jahre später erschienenen Abhandlung
treten die Aluminate gänzlich in den Hintergrund gegen die Wirkung
der Silicate als Puzzolane, indem Fremy ausdrücklicher betont, dass
beim Brennen Silicate verschiedener Zusammensetzung entständen, aus
Kieselerde und Thonerde einfache und doppelte, die sämmtlich in der
Eigenschaft übereinkämen, freien Kalk aufzunehmen. Hierauf, keineswegs
aber auf der Hydratisirung der Silicate, beruhe die Erhärtung
der Cemente.
Michaelis erkennt (in seinem oben erwähnten Werke) den von
A. Winkler gezogenen Unterschied zwischen den Portlandcementen
und den hydraulischen Kalken an. In jenen sei der Kalk bei der
i) Eivot u. Chatenay, Oompt. rend. LX, 993.
reud. LXVII, 1205.
2 ) Fremy, Compt.