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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
pkyrs,  Basalts,  Trachyts  u.  s.  w.;  ferner  der  gewöhnliche  Glimmer,
Mg 4  AI2O7,  Si 4  Og,  ebenfalls  ein  wichtiges  Glied  in  der  Zusammensetzung
des  Granits  und  Gneiss  u.  s.  w.;  der  Chlorit,  Mg  Al 3  0 4 ,  (Mg :f  0 ;) ,  Si 2  0 4 ).  3  aq.,
der  sowohl  als  Mineralindividuum,  als  auch  als  Grundbestandtheil  verschiedener ­
  Schieferarten  vorkommt.  Andere  wichtige  Thonerdedoppelsilicate ­
  sind  der  Albit  oder  Natronfeldspath,  Na*  A1 2 0 4 ,  Si 6 0, 2 ;  der  Kaliglimmer, ­
  K 2 Al ß Oi 0 ,  Si ö 0 12 ,  2  aq.;  der  Labradorfeldspath,  CaAl 2 0 4 ,Sig0 ß ;
der  Granat,  Ca 3 Al 2 0 6 ,  Si 3 0 6 ;  der  Smaragd  oder  Beryll,  Be 3  A1 2 0, ; ,  Si ß Oj 2 .
Ferner  gehört  hierher  die  zahlreiche  Familie  der  Zeolithe,  wasserhaltiger
Silicate,  welcher  z.  B.  der  Stilbit,  CaAl 2 0 4 ,  Si 6 0 12 .  6  aq.,  der  Prehnit,
Ca 2  Al 2 0 5 ,  Si 3 0 6 .  aq.,  angehören.  Ein  eigenthümliches  schwefelhaltiges
Natron  -  Thonerdesilicat  bildet  den  schönen  blauen  Schmuckstein
Lapis  Lazuli.
Doch  genug  dieser  Aufzählung  der  Thonerdemineralien!  Die  Bedeutung ­
  vieler  von  ihnen  geht  weit  über  das  mineralogische  und  geognostische
  Interesse  hinaus;  manche  sind  als  Schmucksteine  begehrte  Luxusartikel; ­
  noch  wichtiger  ist  es,  dass  viele  in  mannichfaltigster  Weise
den  gewerblichen  Zwecken  nutzbar  gemacht  sind.  Wenn  auch  der
hiutzen  mancher  schon  von  Alters  her  erkannt  worden  ist,  so  hat  doch
auch  jedes  Jahr  des  in  diesem  Bericht  geschilderten  Zeitraums  Fortschritte ­
  in  ihrer  Verarbeitung  und  Verwendbarkeit  zu  verzeichnen
gehabt.
Wie  das  Magnesium,  das  Metall  der  Bittererde,  von  technischer
Bedeutung  ist,  so  ist  dies  auch  mit  dem  Metall  der  Thonerde,  dem
Aluminium,  der  Fall.  Die  Darstellung  desselben  gehört  zu  den  berühmtesten ­
  Entdeckungen  des  grossep  Göttinger  Chemikers  Friedr.
Wühler.  Vor  ihm  hatte  schon  Davy  Versuche  zur  Abscheidung  des
Metalls  aus  der  Thonerde  gemacht,  ohne  den  Zweck  erreicht  zu  haben.
Später  scheint  Oersted,  durch  Zerlegung  von  Aluminiumchlorid  mittelst ­
  Kaliumamalgam  ein  Aluminiumamalgam  erhalten  zu  haben.  Aus
dem  Verhalten  des  Aluminiums  geht  hervor,  dass  er  feuchtes  Aluminiumchlorid ­
  oder  kaliumhydrathaltiges  Kaliumamalgam  angewendet  haben
muss,  denn  nur  mit  Alkalilösung  benetzt  legirt  sich  das  Aluminium  mit
dem  Quecksilber.  Bei  Anwendung  reiner  und  trockner  Materialien
konnte  Wühler  auf  dem  von  Oersted  eingeschlagenen  Wege  das  Metall ­
  nicht  erhalten.  Dagegen  gelang  es  ihm  im  Jahre  1827,  das  Metall
nach  einer  Methode  zu  isoliren,  die  seitdem  für  solche  Processe  specific ­
  geworden  ist  und  ihrem  Principe  nach  heute  noch  zur  Darstellung
sowohl  des  Aluminiums  als  auch  des  Magnesiums  dient.  Er  schmolz
Aluminiumchlorid,  welches  durch  Einwirkung  von  Chlorgas  auf  ein
glühendes  Gemenge  von  Thonerde  und  Kohle  zu  erhalten  ist,  mit  Kalium
in  einem  dicht  verschlossenen  Tiegel  zusammen  und  bekam  unter  einer
Schlacke  von  Chlorkalium  das  Metall  iii  Form  eines  grauen  Pulvers.
Im  Laufe  der  Zeit  brachte  er  einige  Verbesserungen  bei  der  Ausfüh-
            
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