MAK

Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

606 Gruppe III. Chemische Industrie. 
krafte oder Querziehungen auszuhalten haben, so leistet das Verfahren 
gute Dienste. 
Die V ergoldung und Versilberung des Aluminiums auf galvanischem 
Wege bietet nicht die geringsten Schwierigkeiten. Nach Hrn. Tissier 
gelingt die Vergoldung auch ohne Anwendung des galvanischen Stroms 
vermittelst einer Lösung des sogenannten Sei d'or, welches man be 
reitet, indem man 8g Gold in Königswasser löst, die Flüssigkeit mit 
Vasser. verdünnt und Kalkmilch zusetzt, womit man einige Zeit dige- 
riren lässt. Der Niederschlag von Calcinmaurat und Calciumhydrat wird 
mit Wasser gewaschen und dann mit einer Lösung von 20 g Natrium 
hyposulfit in 1 1 Wasser übergossen. Die filtrirte Flüssigkeit vergoldet 
das Aluminium schon in der Kälte 1 ). 
Das Plattiren des Aluminiums mit anderen Metallen, sowie umge 
kehrt anderer Metalle mit Aluminium ist von erheblichen Schwierigkeiten 
begleitet. Jede Plattirung erfordert ein angehendes Verschmelzen beider 
Metalle und deren schliessliche innige Uebereinanderlagerung durch 
gemeinsames Auswalzen. Wie Ilr. CI. Winkler*) mittheilt, vermag 
nach seinen Erfahrungen das Aluminium diesen Anforderungen nicht zu 
entsprechen. Da die Ductilität des Aluminiums schon durch sehr ge 
ringe Beimengungen anderer Metalle im höchsten Grade beeinträchtigt 
wird, so wird, wenn es auch gelingt, eine Aluminiumdecke auf ein 
anderes Metall aufzuschmelzen, an der Verbindungsstelle eine Legirungs- 
zone von solcher Sprödigkeit sich bilden, dass sie unter dem Drucke 
der Walzen zu Pulver zermalmt wird, wodurch dann natürlich der 
Zusammenhang zwischen Aluminium und dem zweiten Metall gelöst 
wird. Aber selbst wenn eine Plattirung mit Aluminium möglich wäre, 
so. würde eine dünne Aluminiumdecke doch nicht von langer Dauer 
sein; denn so widerstandsfähig unser Metall in compactem Zustande 
gegen Sauerstoff und Schwefelwasserstoff ist, so wenig dauerhaft erweist 
es sich in verteiltem Zustande. 
Wie Eingangs schon erwähnt ist, wurde zuerst in der Fabrik zu 
Ja veile von H. Ste.-Claire Deville Aluminium zum Zwecke der Ver 
arbeitung zu den verschiedensten Gegenständen dargestellt. Dieser 
Gelehrte giebt bei Gelegenheit einer Vorlesung, die er in den Soirees 
scientifiques de la Sorbonne im Laufe des Jahres 1864 hielt eine merk 
würdige Notiz über die Entdeckung des Aluminiums, die hierher zu 
setzen uns erlaubt sein möge 1 ). Er erzählt: „Gestatten Sie mir zum 
Schluss, auch eines in der Tbat sehr unglücklichen Vorgängers zu er 
wähnen, der in der Geschichte der Aluminiumindustrie nicht vergessen 
werden darf. Ich verdanke die betreffende Notiz dem General v. Be ville, 
’) Muspratt’s Chemie a, a. 0. 2 ) CI. Winkler 
zeitg. 1872, 192; Ding], pol. J. CCIV, 381; Wagn. ’ 
) Monit. scientif. 1864, 488; AVagn. Jahresber. 1864, 32. 
Deutsche Industrie- 
Jahr esber. 1872, D. •
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.