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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Aluminium und Aluminiumverbindungen. 
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eine sichere Garantie ihres Bestehens in der Verwendung des Metalls 
zu Aluminiumlegirnngen, welche wegen ihrer ausgezeichneten 
Eigenschaften der ausgedehntesten Anwendung fähig sind. 
Das Aluminium legirt sich mit den meisten Metallen direct, meistens 
unter starker Erhitzung, die sich bis zur Feuererscheinung steigern 
kann. Kleine Mengen fremder Metalle influiren auf die Eigenschaften 
des Aluminiums, während umgekehrt auch geringe Mengen von diesem 
verändernd auf die Eigenschaften anderer Metalle wirken. 
Von der grössten technischen Bedeutung sind die Legirungen des 
Aluminiums mit demKupfer, die Alumininmbronzen. Schon lp.C. 
Aluminium zu reinem Kupfer gesetzt, vermehrt nach Tissier') be 
trächtlich die Zähigkeit des letzteren, erleichtert das Schmelzen und 
gieht ihm die Eigenschaft, die Formen vollkommen auszufüllen und 
einen dichten nicht blasigen Guss zu liefern. Zugleich wird das Kupfer 
widerstandsfähiger gegen chemische Agentien, gewinnt an Härte ohne 
an Hämmerbarkeit einzubüssen und vereinigt in sich die technisch 
werthvollsten Eigenschaften der Bronze und des Messings. Die Farbe 
der Legirung ist fast kupferroth. 
Eine Kupferlegirung mit 2 p. C. Aluminium wird in den Werk 
stätten des Hrn. Christofle in Paris zu Kunstgegenständen verarbeitet. 
Sie lässt sich gut mit Grabstichel und Meissei behandeln. 
Die eigentlichen Aluminiumbronzen, d. h. Legirungen von 90 bis 
95 p. C. Kupfer mit 10 bis 5 p. C. Aluminium, sind nach Hrn. B. Wag 
ner 2 ) zuerst von Hrn. John Percy im Jahre 1855 erhalten worden. 
Sie wurden durch die Untersuchungen des Hrn. Deville 8 ) allgemein 
bekannt. 
Zur Darstellung dieser Legirungen muss völlig reines Kupfer, 
z. B. auf galvanischem Wege gefälltes oder gediegenes Kupfer vom 
Lake superior verwendet werden. Gewöhnliches käufliches Kupfer giebt, 
vermuthlich wegen der Gegenwart von Eisen, nur ungenügende Kesul- 
tate. Wenn man in geschmolzenes Kupfer ein Neuntel seines Gewichts 
Aluminium einträgt, so vereinigen sich beide Metalle energisch unter 
solcher Wärmeentwickelung, dass der Tiegel, wenn er nicht vorzüglich 
feuerfest ist, erweicht und zusammensinkt. Das von Hrn. Benzon 4 ) ange 
gebene Verfahren, die Bronze durch Glühen von Kupferoxyd oder fein 
zertheiltem metallischen Kupfer, Thonerde und Kohle, am besten Thier 
kohle, herzustellen, erwies sich nach Versuchen von B olley 5 ), sowie nach 
Versuchen, welche von Hrn. K. List 6 ) in der königl. Gesehützgiesserei 
in Augsburg angestellt wurden, als nicht ausführbar. Bei der Schmelz- 
D Tissier, Compt. rend. XXXXXII, 885; Wagn. Jahresber. 1865, 20. 
2 ) Wagn. Jahresber. 1863, 17. 8 ) Bull. Soc. d’Encour. 1864, 213. 4 ) Ben 
zon, Rep. of pat.-invent. Aug. 1859, 130; Wagn. Jahresber. 1859, 9. 5 ) Bolley, 
Schweiz, pol. Zeitschr. 1860, 16. 6 ) List, Progr. d. Prov.-Gewerbeschule z. 
Hagen 1860; Wagn. Jahresber. 1865, 23. 
Wiener Weltausstellung. III. 
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