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Gruppe III. Chemische Industrie.
sondern nach Tissier nur dann, wenn es mit ätzenden Alkalien be
leuchtet ist. Das Amalgam ist sehr brüchig; das Aluminium darin
oxydirt sich leicht an der Luft, zersetzt das Wasser, verhält sich über
haupt wie ein Metall der alkalischen Erden. v
Die Herren Jehn und Hinze 1 ) haben gefunden, dass, als Alumi
nium auf mit Quecksilber imprägnirtem Leder gerieben wurde, es sich
zu Ihonerde oxydirte. Vielleicht war auch hierbei zunächst ein Alu-
miniumamalgam entstanden.
Mit Eisen liefert das Aluminium ausserordentlich harte Legirungen.
Eine Verbindung von 24'5 Gewthln. Aluminium und 75'5 Gewthln.
Eisen ist silberweiss und rostet nicht an der Luft. Beim Behandeln
derselben mit verdünnter Schwefelsäure wird das Eisen aufgelöst und das
Aluminium bleibt zurück. Hr. Benzon 3 ) hat sich eine Methode paten-
tiren lassen, nach welcher eine Aluminium-Eisen-Legirung durch Glühen
eines Gemisches von Thonerde, Kohle und Eisen oder Eisenoxyd soll
erhalten werden können. Ein geringer Zusatz (8 pro Mille) von Alu
minium zum Stahl soll diesem alle Eigenschaften des besten Bombay
ivootx ertheilen.
Sonstige noch dargestellte Aluminiumlegiruugen haben ein aus
schliesslich wissenschaftliches Interesse.
Die Aluminiumverbindungen, welche in grosser Menge tech
nische Anwendungen finden, sind: Verschiedene Thonerdesilicate, Ultra
marin, Alaun, Thonerdesulfat, Thonerdeacetat, Natriumaluminat. Es
sind dies Producte der chemischen Grossindustrie; wir sehen hier von
einigen anderen Aluminiumverbindungen, die, wie das Aluminium
hyposulfit und -hypochlorit in verhältnissmässig geringer Menge er
zeugt und verwendet werden, für den Augenblick ab. Von den eben
erwähnten Körpern bilden die Thonerdesilicate die Grundlage der
Ziegelfabrikation und der Herstellung der gewöhnlichen Töpferwaaren,
der Fayence und des Porcellans (vergl. d. Art); auch das Ultramarin findet
seine besondere Beschreibung. Wir wenden uns an dieser Stelle zu
nächst zur Technologie der oben erwähnten übrigen vier Aluminium
verbindungen.
Die Materialien, deren sich die Industrie zur Darstellung derselben
bedient, sind in der Natur massenhaft und weit verbreitet. Man kann
sie nach dem Voi'gange R. Wagner’s in vier Gruppen eintheilen.
1. Die erste Gruppe umfasst diejenigen, welche Aluminium, Ka
lium und Schwefelsäure enthalten. Dies sind die zur Alaunbildung
*) Jehn und Hinze, Deutsch, ehern. Ges.-Ber. 1874, 1498. -) Ben-
zon Rep. of patent-invent., Aug. 1859, 130; Dingl. pol. J. CLIH, 356-
Verg 1 . lerner Rogers, Mouit. industr. 1859, Nro. 2729; Wagn. Jahresber!
I 859, 1U,