Aluminium und Aluminiumverbindungen. 615
erforderlichen Bestandteile. Hierher gehören natürliche Alaune,
Alaunstein, manche Alaunsehiefer.
2. In die zweite Gruppe gehören solche Materialien, welche nur
die zur Bildung von Aluminiumsulfat nötigen Elemente enthalten
(Aluminiumsilicat und Schwefelkies), in welchen ein Alkalisalz dagegen
fehlt. Dahin gehören die meisten Alaunschiefer, die Alaun erden
und Alaunerze aus der Braunkohlenformation.
3. Solche, welche Aluminium resp. Thonerde enthalten, aber weder
Schwefelsäure noch Kalisalze. In diese Abteilung gehören dieThone,
der Kryolith, der Bauxit und Aluminiumphosphate, woran sich
noch ein Kunstproduct anschliesst, die Hohofenschlacken.
4. In die vierte Gruppe sind alle diejenigen Körper zu rechnen,
welche, wie derFeldspath, Aluminium und Kalium, aber nicht Schwefel
säure enthalten.
1. Gruppe. Der natürlich vorkommende Kalialaun ist in
reinem Zustande noch nicht gefunden worden; er findet sich gewöhn
lich dem Haarsalz (Al 2 3S0 4 -f 18H 2 0) beigemengt, geht auch oft in
Manganalaun und Eisenoxydulalaun über. Er kommt nur in vulcani-
schen Gegenden vor, wo er als ein Product der Einwirkung von schwefliger
Säure auf Trachytgesteine und Laven, welche Thonerde und Kali ent
halten, entstanden ist. Nur in Neapel und Sicilien wird in einiger-
maassen erheblicher Menge daraus Alaun gewonnen. Auch in dei
Nähe von Saarbrücken in Brandfeldern der Steinkohlenlager, wo er
einen ähnlichen Ursprung wie bei den Vulcanen hat, wird er gefunden.
Ein solcher Kalialaun von Puzzuoli enthält nach einer Analyse von
Dufrenoy *):
Schwefelsäure .... 45‘67 p. C.
Thonerde 3'27 „
Eisenoxydul 28 - 69 „
Kali 5’47 „
Wasser 15.77 „
Wichtiger als der natürlich vorkommende Alaun ist für die Ge
winnung von Alaun u. s. w. der Alaunstein oder Alunit, welcher
der Hauptbestandtheil des Alaunfels ist. Diese Gebirgsart bildet
sich durch die Einwirkung vulcaniscker, schwefliger Säure oder von
Schwefelwasserstoff und Wasserdampf auf Trachyt, ein feldspathreiches
Product älterer vulcanischer Thätigkeit. Der Alaunfels besteht im
Wesentlichen aus einem dichten, oft krystallinisch-körnigen Gemenge
von Alaunstein und Quarz; es kommen meistens dann noch Einmen-
i) Kammeisberg, Handbuch der Mineralchemie 1860, 285.