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Gruppe III. Chemische Industrie.
gungen vor von Schwefeleisen, Eisenoxyd, Manganoxyden etc., welche
ihm gelbliche, bräunliche, röthliche Farben verleihen. So enthält der
Alaunfels von Tolfa nach einer Analyse von Klaproth: 56 - 5 p. C.
Kieselsäure, 16'5 p. C. Schwefelsäure, 19’9 p. C. Thonerde, 4 p. C. Kali,
3 p. C. Wasser. Hauptvorkommen des Alaunfels sind: Tolfa bei Civita
vecehia, Montioni im Herzogthum Piombino; Muzsaly, Munkäcz, Tokay,
Beregszasz in Ungarn; die Inseln Milo, Argentina und Nipoligo im
griechischen Archipel, der Mont d’Or in der Auvergne, Samsin in Kleinasien.
Ein Bild der Zusammensetzung des Alunits geben folgende Ana
lysen. Nr. 1 u. 2 rühren von Hrn. A. Mit sch er lieh 2 ) her; Nr. 3 von
Hrn. Gautier-Lacroze 3 ).
1.
Tolfa
Thonerde 36‘83
Kali 8-99
Natron P84
Baryt und Kalk . . 0‘99
Schwefelsäure . . . 38 - 63
Wasser 12'22
Kieselsäure .... •—•
Schwefel —
2. 3.
Muzsai Mont d’Or
39'15 23-53
10-67 5-69
0.68 Fe 2 0 3 1-93
36-93 25-55
12-57 10-00
12-57 24-66
7-33
Nachuntersuchungen von Mitscherlich, Rammeisberg, Cor-
dier und Anderen ist der Alaunstein eine in Wasser unlösliche Verbin
dung von gewöhnlichem Alaun mit Thonerdehydrat von der Formel
K 2 S0 4 , A1 2 3S0 4 -(- 2ALj(OH) 6 . Der römische und ungarische Alaun
stein, welche übrigens dieselbe Form haben, sollen sich dadurch unter
scheiden, dass der erstere 9, der letztere 6 Aeq. Wasser enthält.
11. Gruppe. Der Alaunschiefer ist ein hauptsächlich im Silur
und Devon vorkommendes festes Gestein. Er ist ein von feinzertheil-
tem Schwefelkies durchdrungener, von Bitumen und Kohle grauschwarz
gefäibter, matter oder hell metallischglänzender Thonschiefer, welcher
Ueberreste organischer Körper enthält, sowie ein wenig Calcium- und
Magnesiumcarbonat. Bisweilen enthält er Feldspath fein eingemengt,
ist also kalihaltig und würde in diesem Fall der vorigen Gruppe zu
zurechnen sein. Der Kaligehalt ist dann aber in der Regel so gering,
dass er nicht hinreicht, um alles bei der Behandlung mit Schwefelsäure
gebildete Aluminiunisulfat in Alaun zu verwandeln.
Nach Forch hain m er’s Ansicht ist der Alaunschiefer aus der Ver
wesung von Fucusarten entstanden, wobei das in diesen enthaltene
!) A. Mitscherlich, Journ. f. prakt. Chem. LXXXIII, 455. 8 ) Gau
tier-Lacroze, Compt. rend. LVII, 362.