Aluminium und Aluminium Verbindungen. 617
Kaliumsulfat zu Schwefelkalium reducirt worden ist, welches seinerseits
die im Meerwasser enthaltenen Eisensalze als Eisenkies gefällt hat.
Dieses hat sich mit dem Thon und den kohlereichen, organischen Resten
innig gemischt. In schwedischen Alaunschiefern hat man Jod ge
funden.
Der Alaunschiefer bildet an manchen Orten Lager von bedeuten
dem Umfang, so besonders in Schweden, bei Lautenthal am Harz, in
Thüringen bei Gräfenthal, bei Saalfeld, am Niederrhein, im Fichtel
gebirge, in Schlesien, in England bei Whitby, in Schottland bei Ilurlet
und Campsie in der Nähe von Glasgow, am Ural, in Maryland, Noid-
amerika u. s. w. _
Die Alaunerde ist ähnlich zusammengesetzt wie der Alaunschie
fer, nur kieselsäureärmer, von erdiger Beschaffenheit, weich, leicht zer
reiblich und in Folge ihres Reichthums an kohlenstoffhaltiger Materie
von dunkelbrauner Farbe. Sie kommt gewöhnlich mit Braunkohle
zugleich vor und überlagert dieselbe entweder, oder liegt zwischen
den Braunkohlenflötzen in oft sehr mächtigen Lagern.
Ihr Hauptbestandtheil ist eine mehr oder weniger thonige Braun
kohle oder ein bituminöser Thon, der oft mit Sand und Glimmerblätt
chen gemengt ist. Nach den Untersuchungen des Hrn. H. Müller )
enthält diese thonige Masse Eisen als Schwefelkies und hummsaures
Eisen, ferner eine nicht unbeträchtliche Menge freien, durch Schwefel
kohlenstoff ausziehbaren, Schwefels. Diese Körper sind in so feiner
Vertheilung'eingemengt, dass dieselben weder durch das Mikroskop zu
erkennen, noch durch Pulvern und Schlämmen abzuscheiden sind.
Die Alaunerde findet sich an manchen Orten der norddeutschen
Tiefebene, so bei Freienwalde an der Oder und an anderen Orten der
Mark, ferner bei Muskau in der Oberlausitz. Im Muldethal liefert ein
Lager seit drei Jahrhunderten dem Alaunwerk Schwemsal bei Düben
seinen Bedarf. Ein anderer bekannter deutscher Fundort ist Bornstädt
bei Eisleben. Die Analyse eines Alaunerzes von letzterem Orte gab
Hrn. Müller:
Organische Substanzen und Wasser
Kieselsäure
Schwefelsäure (in Gyps)
Schwefel
Eisenoxydul
Thonerde
Kalk
Magnesia
Kali und Natron
Schwefelkies (FeS. 3 )
34-628
33-342
0-270
2-652
2-529
18-733
1-159
1-081
1- 969
2- 746
1) H. Müller, Journ. f. prallt. Chem. LXI, 257.