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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Aluminium und Aluminiumverbindungen. 
dem dass die gleichzeitige Einwirkung von Säure und Alkali sehr gute 
Resultate liefert, vorausgesetzt, dass die Säure stets im Ueberschuss 
vorhanden ist. 
Eine zweite Neuerung von nicht geringer Wichtigkeit ist die Er 
setzung des Kalis durch Ammoniak. 
Die ammoniakalischen Gaswasser gelangen also in die Gefässe, wo 
sie durch die Säure zersetzt werden. Der Ueberschuss von Ammoniak 
wird durch die entsprechende Menge Kalk in Freiheit gesetzt. Die 
ammoniakalische Flüssigkeit fliesst nun in Cisternen, wo sie während 
des Abkühlens ohne Auf hören bewegt wird, damit sich kleine Krystalle 
bilden. Man lässt abtropfen und krystallisirt den Alaun einmal rasch 
um. Die so gewonnene Krystallisation enthält keine Spur Eisen, ob 
gleich in der Mutterlauge dieser Körper als Sulfat sich in reichlicher 
Menge vorfindet. 
Hr. S pence führt die Umkrystallisation mit Hilfe von Dampf 
aus. Man wirft die Krystalle in ein trichterartiges Gefäss, auf dessen 
Boden sie von einem Dampfstrom getroffen werden, welcher sie schnell 
in Lösung bringt. Krystalle und Dampf kommen in solchem Yerhältniss 
zusammen, dass alle Krystalle gelöst sind, wenn aller Dampf condensirt 
ist. In 1 / 2 bis ®/ 4 Stunden können so vier Tonnen Krystalle gelöst 
werden. Die Lösung fliesst in ein bleiernes Sammelgefäss, in welchem 
sie drei Stunden lang bleibt. Es setzt sich hier eine gewisse Menge 
sowohl in Säuren, als auch in Wasser unlöslicher Materie ab, welche 
aus einem basischen Aluminiumsulfat zu bestehen scheint. Man lässt 
alsdann die Flüssigkeit in Cylinder fliessen, deren steinerner Boden 
etwa 1'8 m im Durchmesser hat und deren Seiten aus beweglichen Dau 
ben von 1'8 m Länge bestehen, die mit Hilfe von Bändern und Schrauben 
zusammengehalten werden. Nach 5 bis 8 Tagen nimmt man die Bän 
der und Dauben ab und man findet dann eine eylindrische Masse von 
krystallisirtem Alaun. Nach einer Ruhe von wiederum acht Tagen 
bringt man eine Oeffnung etwa 0'20 bis 0'25 m vom Boden an, aus 
der eine gewisse Menge Flüssigkeit herausfliesst. Die Masse ist in der 
Regel am Boden 0'45 m, an den Seiten 0'30 m dick und enthält 3 Tonnen 
Handelsalaun; die ablaufende Flüssigkeit enthält etwa 1 Tonne. Die 
Alaunblöcke zeigen oft eine rosarothe Färbung, die zu der Meinung 
Veranlassung geben könnte, sie enthielten unorganische Verunreini 
gungen. Dem ist indess nicht so; es sind wahrscheinlich Spuren von 
Anilin, die in dem Gaswasser enthalten waren und diese Färbung her 
vorgebracht haben. Nach diesem Verfahren wird in England mindestens 
die Hälfte des dort fabricirten Alauns erhalten. 
Man sieht aus dem Vorhergehenden, dass Hr. Spence ausschliess 
lich Ammoniakalaun fabricirt (wöchentl. 300 Tonnen), und wir wollen bei 
dieser Gelegenheit gleich bemerken, dass auch in anderen Ländern und 
bei den älteren Verfahrungsweisen das Ammoniak immer mehr dem 
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