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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

(529

Aluminium  und  Aluminiumverbindungen.
Wenn  die  Oxydation  des  Schwefelkieses  in  der  Weise  vor  sich
gehen  kann,  dass  man  durch  Entzündung  der  den  Erzen  beigemengten
Kohle  oder  des  Bitumens  eine  höhere  Temperatur  unterhalten  kann,
oder  wenn  der  Kiesgehalt  der  Erze  in  fein  verteilter  Form  ein  so
hoher  ist,  dass  beim  Lagern  derselben  eine  Selbstentzündung  eintritt,
so  wird  der  Oxydationsprocess  erheblich  abgekürzt  und  liefert  auch
gute  Resultate.  Während  die  von  nur  verwittertem  Erz  erzielten
Laugen  meist  freie  Säure  enthalten,  ist  dies  mit  den  Laugen  aus  geröstetem ­
  Erz  nie  der  Fall;  allein  es  ist  der  grössere  Theil  des  schwefelsauren ­
  Eisenoxyduls  in  Eisenoxydsalz  übergegangen.  Bei  schneller
Röstung  können  leicht  beträchtliche  Verluste  durch  Sublimation  von
Schwefel  und  Entweichen  von  schwefliger  Säure  eintreten.  Wie  oben
für  die  eigentlichen  Alaunschiefer  mitgetheilt  wurde  (S.  625),  so  hat
auch  bei  diesen  thon-  und  schwefelkiesreichen  Kohlen  die  Haldenröstung
durch  Röstung  in  eigens  dazu  construirten  Oefen  nicht  verdrängt  werden
können.
Das  Auslaugen  der  verwitterten  Erze  bietet  nichts  Besonderes.
Man  begnügt  sich  mit  einer  Concentration  von  18  bis  20°'B.  für  die  zum
Versieden  bestimmte  Lauge.  Das  Alaunwerk  Kreuzkirche,  dessen  Betrieb ­
  Ilr.  Seger  geleitet  hat,  konnte  in  Folge  des  grossen  hiesgehaltes
  seiner  Erze  sehr  salzreiche  Röstaschen  auslaugen  und  im  Sommer
Langen  von  30  bis  32°  B.,  im  Winter  solche  von  20  bis  25°  B.  versieden.
Einige  Werke  (Schwemsal,  Bornstädt)  halten  es  nicht  für  passend,
schwache  Laugen  durch  Aufbringen  auf  frische  Erze  anzureichern,
sondern  ziehen  es  vor,  die  Laugen  durch  Gradirung  zu  concentriren.
Die  erhaltenen  Rohlaugen  enthalten  als  Hauptbestandteile  die  Sulfate ­
  der  Thonerde,  des  Eisenoxyds  und  Eisenoxyduls.  Während  das
Eisenoxydulsulfat  von  dem  auskrystallisirten  Alaun  durch  Waschen  mit
Wasser  leicht  getrennt  werden  kann,  geht  das  der  Thonerde  isomorphe
Eisenoxyd  zum  Theil  mit  in  den  Bau  derKrystalle  ein.  Da  ein  Eisengehalt ­
  den  Alaun  zu  den  meisten  Verwendungen  untauglich  macht,  so
ist  die  möglichste  Entfernung  des  Eisenoxyds  aus  der  Rohlauge  eine
wichtige  Aufgabe.
Auf  einigen  Werken,  welche  den  Eisenvitriol  aus  den  Mutterlaugen
nicht  gewinnen,  sucht  man  die  Oxydation  desselben  dadurch,  dass  man
die  Rohlaugen  längere  Zeit  in  Cisternen  aufbewahrt,  oder  über  Gradirstühle
  gehen  lässt,  möglichst  weit  zu  treiben,  weil  das  dabei  entstehende
Ferrisulfat  beim  nachherigen  Eindampfen,  besonders  wenn  man  die
freie  Säure  durch  Zusatz  von  basischem  Alaun  abstumpft,  sich  fast
vollständig  in  Form  von  „Vitriolschmand“  abscheidet.  Die  Analyse
eines  Vitriolschmands  von  Kreuzkirche  .ergab  Hrn.  Segel  .
            
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