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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Aluminium  und  Aluminiumverbindungen.  631
rate  sind  entweder  grosse  Metallkessel  oder  -Pfannen,  aus  Blei  oder,
wenn  in  der  Lauge  keine  oder  nur  wenig  freie  Säure  vorhanden  ist,
besser  aus  Gusseisen  bestehend,  von  25  bis  100  Cubikfuss  Inhalt,  oder
sie  sind  gemauerte  Flammöfen,  in  welchen  die  Lauge  in  directe  Berührung ­
  mit  den  Feuergasen  kommt.  Diese  Oefen  gestatten  eine  bedeutende ­
  Ersparniss  an  Brennmaterial,  und  durch  ihre  Anwendung
vermeidet  man  Gefahren,  die  beim  Gebrauch  der  bleiernen  Pfannen
durch  leicht  mögliches  Durchschmelzen,  beim  Gebrauch  von  eisernen
Pfannen  durch  Springen  in  Folge  von  Kesselsteinbildung  oder  die
lösende  Wirkung  freier  Säure  drohen.  Auf  einem  Bonner  Alaunwerk
hat  Hr.  Bleibtreu  statt  der  directen  Rostfeuerung  bei  gemauerten
Oefen  eine  Braunkohlengasfeuerung  eingerichtet  und  dabei  an  Brennmaterialkosten ­
  nahe  80  p.  C.  erspart,  sowie  auch  eine  Verunreinigung
der  Rohlauge  durch  Russ  und  Flugasche  vermieden.  Den  Flammöfen
ist  indess  eine  geringe  Haltbarkeit  vorzuwerfen.  Sie  werden  nach
jedem  24  bis  48  Stunden  währenden  Sud  entleert  und  wieder  mit  kalter ­
  oder  vorgewärmter  Lauge  gefüllt.  Durch  die  dabei  stattfindenden
Temperaturschwankungen,  sowie  durch  das  Eindringen  von  Lauge  in
das  Mauerwerk  wird  dieses  zersprengt  und  rasch  zerstört.  Diesem
Uebelstande  ist  nur  durch  einen  continuirlichen  Betrieb  abzuhelfen.
Dabei  dürfen  natürlich  nur  solche  Laugen  verwendet  werden,  welche
beim  Erhitzen  keine  Niederschläge  fester  unlöslicher  Körper  absetzen,
also  solche,  bei  denen  das  darin  enthaltene  Eisenoxyd  vorher  reducirt
worden  ist.  Ein  Ofen  kann  unter  diesen  Umständen  4  bis  5  Monate
lang  ununterbrochen  benutzt  werden;  nach  dieser  Zeit  muss  die  in  die
Laugenpfanne  gefallene  Flugasche  ausgeräumt  werden.  Ilr.  Seger  hat
Vorschriften  für  die  Construction  solcher  Oefen  gegeben.  Die  Pfannen
müssen  möglichst  lang  sein,  die  Lauge  muss  zur  Verhütung  der  Bildung ­
  von  Salzhäutchen  am  Feuerende  der  Pfanne  eintreten,  das  Zuleitungsrohr ­
  dicht  unter  dem  Laugenspiegel  münden,  der  Abfluss  dei
concentrirten  Lauge  muss  am  Boden  an  der  dem  Feuer  entgegengesetzten ­
  Seite  stattfinden  und  die  Laugenpfanne  muss  zur  Erhaltung
eines  gleichen  Niveaus  mit  einem  kleineren  Gefässe  communiciren,  aus
welchem  durch  ein  auf  der  Niveauhöhe  .der  Lauge  angebrachtes  Ausflussrohr ­
  ein  steter  Abfluss  von  Garlauge  in  gleichem  Maasse  stattfindet,
als  am  Feuerende  Rohlauge  einfliesst.  Zu  Kreuzkirche  hat  ein  solcher
Ofen  19  m  Länge,  l'412m  Breite  und  0‘628m  Laugenhöhe  bei  D18  qm
grosser  Rostfläche;  derselbe  liefert  in  24  Stunden  mit  6‘6  bis  T7  Hl
Kohle  5'6  bis  6'2  cbm  Garlauge  von  37  bis  38°  B.  aus  Rohlauge  von
27  bis  28°  B.
Die  Trennung  des  Alauns  vom  Eisenvitriol  wird  je  nach  der  Natur
der  Rohlauge  in  verschiedener  Weise  bewerkstelligt.  Ist  in  derselben
das  Thonerdesulfat  überwiegend,  so  verarbeitet  man  dieselbe,  während
das  Eisenoxyd  zum  grössten  Theil  beim  Eindampfen  als  itiiolschmam
            
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