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Gruppe III. Chemische Industrie.
I ällungsmittels oder setzt es den leichten Waschwässern der Laugerei
zu, welche zur Extraction frischet Röstaschen verwendet werden.
Wenn bei der letzten Raffination Alaunmehl in Schüttelkästen er
zeugt worden ist, so wird dies auf einer Holzbühne oder auf mit grober
Leinwand überzogenen Horden 13 bis 26 mm hoch aufgeschichtet und
bei gewöhnlicher Temperatur oder gelinder Heizung getrocknet. Man
erspart die grossen Trockenräume und bewirkt die Trocknung schneller,
wenn man das Mehl in einem langsam rotirenden Cylinder von Zink
blech einem durch ein kleines Gebläse erzeugten auf 35 bis 40° er
wärmten Windstrom entgegenführt.
In einer ganz eigenthümlichen Weise wird zu Ampsin bei Lüttich
in den Werken der Herren de Laminne Alaun durch Einleiten von
schwefliger Säure in alte Alaunschieferhalden gewonnen. Einem Be
richt des Hrn. Prof. Chandelon 1 ) entnehmen wir das Folgende.
Die Alaunfabrikation in der Umgegend von Lüttich ist schon einige
Jahrhunderte alt. Sie lässt sich bis zu ihren Anfängen 1580 zurück
verfolgen. Einige Zeit darauf fand man, dass der Alaunschiefer oder
Ampelit, der ursprünglich bei Amay aufgefunden worden war, sich in
der Länge von 3 Meilen etwa parallel der Maas von Flemalle über Flöne
und Ampsin bis nach Antheit erstreckte.
. -^ n diesen Fundorten ist das thonerdeführende Gestein die älteste
Schicht der Steinkohlenformation. Sie kommt in einer Mächtigkeit von
6 bis 14 m vor und ist nach Süd unter einem Winkel von 70° geneigt.
Ihre Tiefe ist unbekannt; indess ist sie auf dem Bau des Hrn. La-
minne in einer Tiefe von 200m unter der Oberfläche wieder ange
troffen und hat dort nichts von ihrer Reichhaltigkeit eingebüsst. Die
mittlere Zusammensetzung des thpnerdehaltigen Ampelits ist die fol
gende:
Kieselsäure . . ^ . ß0'0
Thonerde 17-0
Kali 2'5
Kohlenstoff 4-5
Schwefelkies 7-0
Kalk, Magnesia etwa ... 5’0
Eisencarbonat 4-0
Auf die Ausbeute dieses Gesteines gründeten sich bald viele Fa
briken. Im Jahre 1675 existirten mehrere Alaunwerke zu Ampsin und
zu Amay. Um 1808 waren 18 Alaunwerke verschiedener Gesellschaf
ten in voller Ihätigkeit; eine jede von ihnen verarbeitete jährlich etwa
12 000 cbm des Schiefers; also die 18 Hütten zusammen 216 000cbm.
Diese enorme Menge Erde wurde an freier Luft geröstet, methodisch
x ) Briefliche Mittlieilung an Herrn A. W. Hofmann.