Aluminium und Aluminiumverbindungen.
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In der a. a. 0. erwähnten Fabrik des Hrn. Fikentscher zu
Zwickau wird der Pfeifenthon von der Haardt zunächst bei Luftzutritt
schwach geglüht. Es wird dadurch das Wasser entfernt, das Eisen in
Eisenoxyd übergeführt und die Thonerde löslicher in Schwefelsäure ge
macht. Man trägt sodann die Masse gepulvert in kleinen Portionen
in 50procentige Schwefelsäure ein, welche zuvor in einer Bleipfanne
bis nahe zum Sieden erhitzt worden war. Vor dem Einträgen des
Thones wird das Feuer entfernt. Man nimmt für 100 1 heile Thon
150 Theile verdünnte Schwefelsäure. Die Masse schäumt auf und ver
dickt sich schliesslich. Dann muss sie rasch aus der Pfanne in eiserne
Kästen geschüttet werden, wenn sie nicht etwa mittelst eines Hammers
herausgeschlagen werden soll. Nach dem völligen Erstarren wird sie
in grosse Stücke zerschlagen und in Bleikörben, welche in Bleibottichen
hängen, durch Dampf und Lauge, die vom Waschen des Alaune» her
rührt, aufgelöst. Man lässt die Flüssigkeit sich klaren und kocht sie
alsdann mit der erforderlichen Menge Kaliumsulfats (welches in der
genannten Fabrik bei der Bereitung der Weinsteinsäure gewonnen wird).
Die Mischung wird in Bleipfannen der ruhigen Krystallisation uber
lassen und der erhaltene Rohalaun in bekannter Weise gereinigt ).
Das Product der Einwirkung von Schwefelsäure auf Thon komm
für sich im Handel vor und findet unter dem Namen Alumcake oder
Tourteaux d’alun bei der Fabrikation geringer Papiersorten Anwen
dung. Es enthält 13 bis 17 Proc. Thonerde.
Hr. Ihillo 2 ) hat ein Verfahren znr Darstellung von Thonerde
und deren Verbindungen aus Thon angegeben, dem die Thatsache zu
Grunde liegt, dass beim Glühen von Thon mit Kalk im Ueberschuss
sich Calciumsilicat und Calciumaluminat bilden. Einen Theil des Kalkes
ersetzt Hr. Dullo nun durch Soda, damit sich Calciumsilicat und Na-
triumaluminat bildet, welch letztere Verbindung alsdann durch Wasser
ausgezogen werden kann. Die Zersetzung verläuft in der That so,
die praktische Ausführung bietet aber manche Schwierigkeiten dar
Wenn das Gemisch zu viel Hitze bekommt, so schmilzt es wenn nicht
genug, so ist die Zersetzung unvollständig. In diesem Falle tritt leicht
eine Rückzersetzung ein, wenn die Masse nachher mit Wasser ans-
gekocht wird, wobei sich unlösliche Doppelverbindungen der Silicate
von Kalk, Thonerde und Natron bilden. Man soll einen sehr schwer
schmelzbaren Thon anwenden, damit die Zersetzung durch Anwendung
möglichst hoher Temperatur vollständig werde. Nach Hrn Dullo ist
mit Hilfe von Wasser eine höchst innige Mischung von 100 Gewthln.
trockenem, schwer schmelzbarem Thon mit 100 Gewthln. gebranntem Kalk
1) Vergl. Muspratt’s Chemie von Kerl und Stohmann, 3.. Aufl. 1874,
S. 124 f. 2 ) Dullo, Deutsche illustr. Gewerbeztg. 1866, Nro. 21; Deutsche
Industvieztg. 1866, 233; Wagn. Jahresber. 1866, 253.