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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
Fluornatrium,  welch  letzteres  in  der  Natronlauge  fast  unlöslich
ist.  —  Wird  bei  Weissglühhitze  über  geschmolzenen  Kryolith
Wasserdampf  geleitet,  so  verflüchtigt  sich  Fluor  sowie  das  Fluornatrium,
und  es  bleibt  unschmelzbare  reine  Thon  erd  o  in  Form  einer  weissen
krystallinischen  Masse  zurück.
6.  Darstellung  von  Alaun  etc.  aus  Bauxit.  Wie  der  Kryolith, ­
  so  dient  auch  der  Bauxit  nicht  nur  zur  Darstellung  von  Thonerdeverbindungen, ­
  sondern  ist  auch  für  die  Sodafabrikation  von  grosser
Wichtigkeit,  da  das  zunächst  aus  ihm  bereitete  Product,  wie  beim
Kryolith,  Natriumaluminat  ist.
Zuerst  hat  Hr.  P.  Morin 1 )  den  Bauxit  mit  ätzendem  oder  kohlensaurem ­
  Natron  aufgeschlossen.  Bei  Anwendung  des  ersteren  wird
das  gepulverte  Mineral  in  einem  Kessel  mit  Natronlauge  erhitzt,  wobei
sich  eine  Lösung  von  Natronaluminat  bildet.  Hr.  H.  Schwarz 2 )  hat
gefunden,  dass  sich  bei  Anwendung  des  krainisehen  Wocheinits  30
bis  35  p.C.  Thonerde  lösen,  besonders  wenn  in  einem  Papin’schen
Topf  gekocht  wird.  Im  anderen  Falle  wird  eine  Mischung  des  Bauxit
mit  calcinirter  Soda  in  einem  Flammofen  zur  lebhaften  Rothgluth
erhitzt.  Wenn  alles  Natriumcarbonat  zersetzt  ist,  eine  herausgenommene
Probe  also  nicht  mehr  mit  Säuren  aufbraust,  wird  die  Masse  ausgelaugt. ­
  Das  Anslaugen  geschieht  zweckmässig  auf  einem  Filter,  unter
welchem  durch  Condensation  von  Wasserdampf  ein  luftverdünnter  Raum
erzeugt  wird.  Nach  dem  Abdampfen  der  Lauge  zur  Trockne  hat  man
ein  weisses  I  ulver  mit  einem  Stich  in  Grünlichgelb,  welches  trocken
anzufühlen  und  leicht  zu  verpacken  ist.  Dies  Product  enthält  etwa
48  p.C.  Thonerde,  43  p.C.  Natron  und  9  p.C,  Natriumsulfat  und
Chlornatrium  3 ).  Letztere  Beimengungen  rühren  aus  der  Soda  her  und
sind  für  die  meisten  Anwendungen  ohne  Nachtheil.  Der  Eisengehalt
des  Minerals  kann  beim  Glühen  die  Bildung  von  Aetznatron  aus  der
Soda  veranlassen.  Aus  dem  leicht  in  Wasser  löslichen  Product  wird
durch  Kohlensäure  oder  Natriumbicarbonat  die  Thonerde  niedergeschlagen. ­
  Hr.  Schwarz  hat  nach  diesem  Verfahren  53  p.C.  Thonerde
aus  dem  Bauxit  erhalten.
Man  hat  versucht,  die  Soda  durch  Sulfat  zu  ersetzen.  Ein  Gemenge ­
  von  Natriumsulfat  und  Thonerde  kann  Weissglühhitze  ertragen,
ohne  dass  eine  Einwirkung  stattfindet.  Bei  Gegenwart  von  Wasserdämpfen ­
  aber  geht  die  Zersetzung  vor  sich  und  es  bildet  sich  Natronaluminat. ­
  Das  Eisenoxyd  des  Bauxits  zersetzt  das  Sulfat  gleichfalls;

B  P.  Morin,  Repert.  de  chim.  appl.  IV,  p.  50  u.  81  ;  Wagn.  Jahresb.
1862,  308;  1865,  325.  2 )  H.  Schwarz,  Dingl.  pol.  J.  CXCVIII,  156;  Wa<m.
Jahresber.  1870,  229.  s )  Im  Natriumalumiuat  AI 2  O s ,  6  NaO,  sind  52-97
p.C.  Thonerde  und  47'21  p.C.  Natron  enthalten.
            
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