Mittheilungen über Kryolith u. d. darauf gegründete Industrie. 045
wasser verwendet. Nachdem die erforderliche Menge von Ammoniak
in die Lösung destillirt worden ist, lässt man absetzen und zieht die
Lösung in Bleipfannen ab, wo Ammoniakalaun herauskrystallisirt. Die
Mutterlaugen, welche Phosphorsäure mit kleinen Mengen von schwefel
saurer Thonerde, Eisenvitriol und schwefelsaurem und phosphorsaurem
Ammon enthalten, können nach geeigneter Behandlung für Düngzwecke
verwendet werden (vergl. S. 227 dieses Berichts). Nach einem Patent
des Hrn. B. E. R. Newlands 1 ) löst derselbe natürliche phosphorsaure
Thonerde direet in Schwefelsäure, versetzt die decantute Lösung mit
sehwefelsaurem Ammoniak und lässt sie krystallisiren. Hr. J. Townsend )
in Glasgow behandelt die Aluminiumphosphate mit Salzsäure und
versetzt die Lösung alsdann mit den Sulfaten von Ammoniak, Kali,
Natron oder Magnesia. Nach dem Auskrystallisiren des Alauns werden
die Mutterlaugen auf Phosphorsäure oder Phosphate verarbeitet.
9. Fabrikation von Alaun etc. aus Feldspath. Die Fabri
kation von xllaun aus Materialien welche, wie der Feldspath, Alumi
nium und Kalium enthalten, ist gegenwärtig für die Industrie von ganz
untergeordneter Bedeutung. Wir wollen deshalb nur einen flüchtigen
Blick auf die hierher gehörigen Methoden werfen.
Nach Sprengel wird der Feldspath mit Kaliumbisnlfat zerlegt
und dann unter Zusatz von Potasche zu einer glasartigen Masse ge
schmolzen. Aus dieser zieht kochendes Wasser lösliches kieselsauies
Kali aus;-der unlösliche Rückstand, ein Doppelsalz von kieselsamei
Thonerde und kieselsaurem Kali von der des Eläoliths ähnlicher Zu
sammensetzung, liefert, mit siedender Schwefelsäure behandelt, Alaun
und ungelöste Kieselsäure. Man operirt so, dass die Alaunlösung kei
nen Ueberschuss an freier.Säure enthält.
Ferner kann Alaun durch Behandlung einer Mischung von 2 Thln.
Feldspath und 3 Thln. Flussspath mit Schwefelsäure erhalten werden.
Man steigert dabei die Hitze bis zu mässiger Rothgluth, bis Dämpfe
von Flusssäure sich zu entwickeln aufhören. Fs wird hierbei zunächst
Calciumsulfat und Fluorwasserstoffsäure gebildet. Letztere zersetzt die
kieselsauren Salze unter Bildung von Kieselfluorwasserstoffsäure. Er-
steres swird in einem weiteren Stadium desProcesses zersetzt undübei-
trägt seine Schwefelsäure auf die Thonerde und das Alkali. Beim Aus
laugen der Masse mit Wasser erhält man eine Lösung von Alaun.
i) Newlands, Ber. chem. Ges. 1872, 124. 2 ) Townsend, Ber. ehern.
Ges. 1872, 396.