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Aluminium und Aluminiumverbindüngen.
von Thonerde im Inneren der Faser statt. Die Zersetzung des Alauns
wird offenbar durch die Wolle selbst bewirkt. Hr. Reim an u äussert
die Ansicht, dass durch Dissociation eine Trennung der einzelnen Elemente
des Alauns stattfinde. Es scheide sich basisch schwefelsaure
Thonerde aus, während die geringe Menge freier Schwefelsäure, in sehr
vielem Wasser vertheilt, keinen lösenden Einfluss auf das im Inneren
der Faser abgelagerte basische Salz ausübe. Letzteres werde bei längerer
Berührung mit Wasser noch einen Theil seiner Schwefelsäure
fahren lassen und so ein mit nur ganz wenig Säure verbundenes Thonerdehydrat
darstellen. Wenn aber grössere Mengen Alaun in der
Lösung vorhanden seien, so werde die Ausscheidung basisch schwefelsaurer
Thonerde sehr bedeutend gehindert, indem dieselbe, sobald sie
niedergeschlagen, wieder aufgelöst werde, um die bekannten basischen
Alaunverbindungen zu geben. Wie dem nun auch sein mag, die Praxis
entspricht vollkommen den von Hrn. Havrez gemachten Beobachtungen.
Jeder Wollfärber weiss, dass die Beizung mit Alaun nur bis zu
einer gewissen Grenze für den Färbeprocess günstig ist. Im Allgemeinen
nimmt man an, dass beim Ansieden mit Alaun von diesem ein
Zehntel des Gewichts der zu färbenden Wolle genommen werden muss.
Zum Färben von 30 Pfd. Wolle soll man 3 Pfd. Alaun und 1500 Pfd.
Wasser nehmen, so dass die Alaunlösung V20 P-C. Alaun enthält.
Will man statt Alaun Aluminiumsulfat als Mordant verwenden,
so muss dieses nicht nur frei von Eisen, was bei den besseren Soiten
in der That der Fall ist, sondern auch frei von überschüssiger Schwefelsäure
sein. Zum Nachweis freier Säure sind, da die neutrale schwefelsaure
Thonerde sauer reagirt, die gewöhnlichen Mittel nicht anwendbar.
Hr. Giseke 1 ) empfiehlt folgende zwei Methoden. Man zerreibt
5 g feste schwefelsaure Thonerde mit 50 cbcm absolutem Alkohol, giebt
die Mischung auf ein Filter und wäscht mit absolutem Alkohol nach,
bis das Filtrat 100 cbcm beträgt. Während das Aluminiumsulfat in absolutem
Alkohol unlöslich ist, befindet sich die ganze Menge freier
Schwefelsäure im Filtrat und kann darin durch Titriren mit Normalnatronlösung
bestimmt werden. Indess ist diese Bestimmung nicht
quantitativ genau, da auch neutrales Aluminiumsulfat in absolutem
Alkohol nicht ganz unlöslich ist. Genauer ist folgende Probe: Fügt
man zu einer verdünnten Lösung von Aluminiumsulfat oder Alaun
einige Tropfen Blauholztinctur, so entsteht eine sehr charakteristische
tief violettrothe Farbe, wenn das angewendete Salz neutral war, dagegen
eine sehr schwache bräunlichgelbe Farbe, wenn dasselbe freie Säure
enthielt. Man kann so 0'2 p. C. freier Säure noch mit Sicherheit erkennen.
Zur sicheren Beobachtung der Farbennüance vergleicht man sie
mit der Farbe einer Normalflüssigkeit, welche in 100 cbcm 10 cbcm säurel)
0. Giseke, Dingl. pol. J. CLXXXIII, Wagn. Jahresber. 1867, 270.