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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

649

Aluminium  und  Aluminiumverbindüngen.
von  Thonerde  im  Inneren  der  Faser  statt.  Die  Zersetzung  des  Alauns
wird  offenbar  durch  die  Wolle  selbst  bewirkt.  Hr.  Reim  an  u  äussert
die  Ansicht,  dass  durch  Dissociation  eine  Trennung  der  einzelnen  Elemente ­
  des  Alauns  stattfinde.  Es  scheide  sich  basisch  schwefelsaure
Thonerde  aus,  während  die  geringe  Menge  freier  Schwefelsäure,  in  sehr
vielem  Wasser  vertheilt,  keinen  lösenden  Einfluss  auf  das  im  Inneren
der  Faser  abgelagerte  basische  Salz  ausübe.  Letzteres  werde  bei  längerer ­
  Berührung  mit  Wasser  noch  einen  Theil  seiner  Schwefelsäure
fahren  lassen  und  so  ein  mit  nur  ganz  wenig  Säure  verbundenes  Thonerdehydrat ­
  darstellen.  Wenn  aber  grössere  Mengen  Alaun  in  der
Lösung  vorhanden  seien,  so  werde  die  Ausscheidung  basisch  schwefelsaurer ­
  Thonerde  sehr  bedeutend  gehindert,  indem  dieselbe,  sobald  sie
niedergeschlagen,  wieder  aufgelöst  werde,  um  die  bekannten  basischen
Alaunverbindungen  zu  geben.  Wie  dem  nun  auch  sein  mag,  die  Praxis
entspricht  vollkommen  den  von  Hrn.  Havrez  gemachten  Beobachtungen. ­
  Jeder  Wollfärber  weiss,  dass  die  Beizung  mit  Alaun  nur  bis  zu
einer  gewissen  Grenze  für  den  Färbeprocess  günstig  ist.  Im  Allgemeinen ­
  nimmt  man  an,  dass  beim  Ansieden  mit  Alaun  von  diesem  ein
Zehntel  des  Gewichts  der  zu  färbenden  Wolle  genommen  werden  muss.
Zum  Färben  von  30  Pfd.  Wolle  soll  man  3  Pfd.  Alaun  und  1500  Pfd.
Wasser  nehmen,  so  dass  die  Alaunlösung  V20  P-C.  Alaun  enthält.
Will  man  statt  Alaun  Aluminiumsulfat  als  Mordant  verwenden,
so  muss  dieses  nicht  nur  frei  von  Eisen,  was  bei  den  besseren  Soiten
in  der  That  der  Fall  ist,  sondern  auch  frei  von  überschüssiger  Schwefelsäure ­
  sein.  Zum  Nachweis  freier  Säure  sind,  da  die  neutrale  schwefelsaure ­
  Thonerde  sauer  reagirt,  die  gewöhnlichen  Mittel  nicht  anwendbar. ­
  Hr.  Giseke 1 )  empfiehlt  folgende  zwei  Methoden.  Man  zerreibt
5  g  feste  schwefelsaure  Thonerde  mit  50  cbcm  absolutem  Alkohol,  giebt
die  Mischung  auf  ein  Filter  und  wäscht  mit  absolutem  Alkohol  nach,
bis  das  Filtrat  100  cbcm  beträgt.  Während  das  Aluminiumsulfat  in  absolutem ­
  Alkohol  unlöslich  ist,  befindet  sich  die  ganze  Menge  freier
Schwefelsäure  im  Filtrat  und  kann  darin  durch  Titriren  mit  Normalnatronlösung ­
  bestimmt  werden.  Indess  ist  diese  Bestimmung  nicht
quantitativ  genau,  da  auch  neutrales  Aluminiumsulfat  in  absolutem
Alkohol  nicht  ganz  unlöslich  ist.  Genauer  ist  folgende  Probe:  Fügt
man  zu  einer  verdünnten  Lösung  von  Aluminiumsulfat  oder  Alaun
einige  Tropfen  Blauholztinctur,  so  entsteht  eine  sehr  charakteristische
tief  violettrothe  Farbe,  wenn  das  angewendete  Salz  neutral  war,  dagegen ­
  eine  sehr  schwache  bräunlichgelbe  Farbe,  wenn  dasselbe  freie  Säure
enthielt.  Man  kann  so  0'2  p.  C.  freier  Säure  noch  mit  Sicherheit  erkennen. ­
  Zur  sicheren  Beobachtung  der  Farbennüance  vergleicht  man  sie
mit  der  Farbe  einer  Normalflüssigkeit,  welche  in  100  cbcm  10  cbcm  säurel)

  0.  Giseke,  Dingl.  pol.  J.  CLXXXIII,  Wagn.  Jahresber.  1867,  270.
            
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