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Gruppe III. Chemische Industrie.
freien Kalialaun und 0'5 cbcm Blauholztinctur (durch Abkochen von
1 1hl. Holz mit 1 Thl. Wasser und Hinzufügen von 1 / w Vol. Alkohol
dargestellt) enthält. Zur quantitativen Bestimmung der freien Säure
macht man eine Lösung von 10 g Sulfat auf 100 cbcm Flüssigkeit, fügt
0 5 cbcm Blauholztinctur zu und titrirt mit Normalnatronlösung, bis die
tief violettrothe Färbung eintritt.
Hr. W. Stein 1 ) empfiehlt den Ultramarin zum Nachweis der freien
Säure im I honerdesulfat. Blasses, ungeleimtes Ultramarinpapier wird
von freier Säure entfärbt.
In sehr geeigneter Weise wird die Thonerde in Form von Natriumaluminat
in der Färberei und dem Zeugdruck verwendet. Schon
im Jahre 1819 wurde das „thonsaure Kali“ von Macquer und Hausmann
den Färbern zu diesem Zwecke -empfohlen. Die mittelst dieser
Beize erzeugten Farben sind je nach der Art des Farbstoffs von den
durch Beizen mit Alaun erhaltenen Farben mehr oder weniger verschieden.
Will man dieselben Nuancen wie mittelst Alaun hervorrufen,
so muss das Natriumaluminat in eine saure Beize verwandelt werden.
Hr. R. Wagner 2 ) hat hervorgehoben, dass die beste Thonerdebeize
Aethylamin-Aluminat sein würde. Aethylamin löst Thonerde
mit Leichtigkeit; die Lösung verliert an der Luft alles Aethylamin
und hinterlässt reine Thonerde. Vielleicht ist es der Industrie
noch voibehalten, Aethylamin billig im Grossen darzustellen.
Das Natronaluminat verdankt seine Wirksamkeit seiner leichten
Zersetzbarkeit, die schon durch Kohlensäure bewirkt wird. Dabei
scheidet sich Thonerde ab, die mit den Farbstoffen Lackfarben bildet.
Hi* 1* Morin 3 ), einer der Ersten, der das Natronaluminat zur Erzeugung
von Lackfarben angewendet hat, fügt die Farbstoffauflösung
der Lösung des Thonerdenatrons hinzu und schlägt die Mischung durch
Schwefelsäure nieder. Der Ton der Lackfarben variirt einigermaassen,
wenn man den Säurezusatz so einrichtet, dass die Flüssigkeit entweder
alkalisch bleibt, oder neutral oder sauer wird. Es ist bei der Bereitung
der Lackfarben der Uebelstand hervorzuheben, dass dieselben
sich nicht leicht absetzen, mag man in der Kälte oder in der Wärme
operiren oder den Farbstoff der Säure oder dem Natriumaluminat hinzusetzen.
In einigem Maasse lässt sich diese Schwierigkeit dadurch beseitigen
, dass man, im Fall z. B. 3 Liter Wasser zum Waschen einer
bestimmten Quantität Lackfarbe erforderlich sind, die Lackfarbe in
einem Volum von nur 1 Liter Flüssigkeit entstehen lässt. Nachdem
dieselbe gebildet und die Mischung gehörig umgerührt ist, fügt*man
die übrigen 2 Liter Wasser hinzu und rührt wieder um. Die Lack-B
W. Stein, Zeitschr. für analyt. Chemie 1866, 289; Wagn. Jahresber.
1867, 271. 2 ) E. Wagner, Bayer. Kunst- u. Gewerbebl. 1862. 233. 8 ) P.
Morin, Repert. de chim. appl. IV, 81; Wagn. Jahresber. 1862, 592.