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lieber den Kryolith von Grönland etc.
liehen Handel“ gehörten, musste eine gewisse Abgabe entrichtet werden.
So kamen nach Dänemark
im Jahre 1,854: 56 Tonnen, bezahlt mit 3 Rigsdaler 48 Skill.pr. Tonne 1 )
„ „ 1856: 37 n „ „ 4 „ 60 „ „ „
„ „ 1857: 91 „ „ „ 4 n 34 „ „
Die Schwierigkeit der Gewinnung in dem fernen nördlichen Lande
geht daraus hervor, dass die eben genannten Summen nur Deckung
für die Unkosten des Brechens und der Fahrt sind, die, weil viel zu
niedrig berechnet, bald eine erhebliche Steigerung erfuhren.
Um für eine ausgedehnte Fabrikation das nöthige Material reich
lich itnd regelmässig zu beschaffen, verband sich Hr. Thomsen mit
Hm. Ilowitz und TIrn. Etatsrath Tietgen. Diese durften gegen eine
gewisse Abgabe Schiffe auf eigene Rechnung abschicken. Im Jahre
1856 ward ihr erstes Schiff, der Schooner „Sönderjylland“ abgesandt
und kehrte mit einer Ladung von 343 Tonnen heim, wofür als Abgabe
3 Rdlr. pr. Tonne erlegt wurde. Diese Kryolithladung wurde in der
Fabrik von Th. Weber & Co. bei Hadersleben verarbeitet. Im fol
genden Jahre brachte eine Fregatte 800 Tonnen nach Hause. Von
diesen wurden als Abgabe 12 p. C. in natura erlegt. Bei der Versteige
rung dieser 96 Tonnen durch den königl. Handel in Kopenhagen
wurde ein Preis von 5 Rdlr. 38 Skill. pr. Tonne erzielt. Im Jahre
1858 wurden bereits 2359 3 /n. Tonnen geholt und der Preis bei der
Versteigerung stieg auf 14 Rdlr. 10 Skill. pr. 1 onne. .
Man hatte jetzt die Ueberzeugung erlangt, dass das Kryohth-
lager selir reichhaltig sei, so dass es nicht so leicht zu erschöpfen sein
würde. Es wurden daher von der Regierung einige Beschränkungen,
welche der Gesellschaft auferlegt worden waren, aufgehoben. Dieselbe
durfte so viel Kryolith holen, wie sie wollte, wogegen eine Abgabe
von 12 p. C. des in Grönland verschifften Quantums zu entrichten war.
Auch wurde anderen Gesellschaften die Kryolithgewinnung gestattet.
So. der Englisch - Grönländischen Minengesellschaft zu London, welche
durch Hrn. Commerzienrath Lund zum Zweck der Ausbeutung
der grönländischen Kupfererze gestiftet worden war, dabei aber nicht
ihre Rechnung gefunden hatte. Ausserdem erhielt die Gesellschaft von
Halberstadt & Co. und Puggaard & Co. in Kopenhagen Erlaub-
niss zur Kryolithgewinnung. Die Expeditionen dieser beiden Gesellschaf
ten missglückten indess, namentlich weil auf den ihnen zugewiesenen
Arealen der Kryolith so tief lag, dass ein Minenbetrieb sich nicht rentirte.
In Folge dessen wurde den Herren Thomsen und Howitz im
September 1864 das ausschliessliche Recht gegeben, für eine Zeit von
20 Jahren (bis Ende 1884) bei Ivitut Kryolith zu brechen und zu ver
schiffen. Später wurde die an Thomsen und Howitz ertheilte Con-
l ) Rigsdaler = 96 Skilliug — 2*25 B-mk.