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Gruppe III. Chemische Industrie.
fast abgeschlossen. Die von Gebirgen begrenzte unregelmässige Gestalt
der Bucht bewirkt, dass die Temperatur -hier verhältnissmässig
milde und die Macht der Stürme nur gering ist. Indessen tritt der
Südostwind bisweilen mit orkanartiger Heftigkeit auf.
Das Pflanzenlebcn ist in den drei Sommermonaten für Grönland
ungewöhnlich üppig. Der Ort Ivitut verdankt diesem Umstand seinen
Namen; das genannte Wort bedeutet im Grönländischen „ein grasreicher
Ort“. Hinter den Kryolithschachten fliessen die durch das
Schmelzen des Schnees gebildeten Gebirgsbäche, die sich zu zwei Flüssen
vereinigen, welche, umgeben von einem üppigen Weidengehölz, das
Thal durchschlängeln. Der Wald, welcher ungefähr J / 4 Quadratmeile
bedeckt, besteht hauptsächlich aus Salix glauca (Oppilc serssok 'oder
Orpirk soak, d. h. ein hoher Baum), untermischt mit der kleineren
Salix arctica (Orpik, d. i. ein Baum, der auf seiner Wurzel steht), hier
und da mit dem grönländischen Vogelbeerbaum (Pirus americana) und
„Qvaner“ (Arcliangelica off.), deren aromatische Blattstiele von Eingeborenen
und Europäern gern genossen werden.
Der Erdboden ist ferner reichlicher mit einem grünen Grasteppich
bedeckt, als es sonst in Grönland der Fall ist. Auch Blumen, wie die
Kreuzblume, der Löwenzahn und andere Compositeen, der Steinbrech,
Ranunkeln, Potentillen und andere zum Geschlecht der Rosen gehörende
Blumen, ferner Rumexarten schmücken ihn. Aber auch hier
findet man, wie in dem übrigen Grönland, besonders am Fuss der 800
bis 1200 Fuss hohen Gebirge, die Rauschbeere (Umpetrum nigrum),
Heidelbeere ( Vaccinium pubescens), Wachholder {Juniperus nana) u. a. m.
in Verbindung mit der Zwergbirke (Betula nana), der Zwergweide
(Salix Tierbacea) und dergleichen.
Das Thierleben ist gleichfalls reichhaltig vertreten. Am Fusse
und in den Klüften der Berge sind Schneehühner (Tetrao Beinhardti),
Schneehasen (Lepus glacialis), Bergfüchse (Vulpes lagopus) häufig,
während die Klippen am Meere mitMöven, „Ritten“ oder „Tatteratten“
(Larus tridactylus), Lummen (Uria Brünichii), Tordalken (Alca torda)
und anderen Schwimmvögeln besetzt sind. Namentlich überwintern
hier auch Eidergänse. In der See werden verschiedene Arten von
Seethieren gefangen, besonders der kleine fette „ Angmansak“ (Mallotus
arcticus), der sich hier ih*solcher Menge einfindet, dass das Wasser oft
fast schwarz davon erscheint. Auch der grönländische Dorsch, „ Ovak“
(Gadus Ovale), wird in grosser Menge gefangen. Eine wahre Landplage
bildet die unzählige Menge Mücken, die namentlich zur Mittagszeit so
lästig sind, dass man, um sich ihrer einigermaassen zu erwehren, einen
Schleier vor dem Gesicht tragen muss. Von Hausthieren gedeihen der
Hund, die Ziege und das Schwein.
Der Ort war früher unbewohnt und wurde nur im Sommer von
Grönländern besucht, welche dort „Angmänsaker“ zum Wintervorrath