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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

G64

Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
fast  abgeschlossen.  Die  von  Gebirgen  begrenzte  unregelmässige  Gestalt ­
  der  Bucht  bewirkt,  dass  die  Temperatur  -hier  verhältnissmässig
milde  und  die  Macht  der  Stürme  nur  gering  ist.  Indessen  tritt  der
Südostwind  bisweilen  mit  orkanartiger  Heftigkeit  auf.
Das  Pflanzenlebcn  ist  in  den  drei  Sommermonaten  für  Grönland
ungewöhnlich  üppig.  Der  Ort  Ivitut  verdankt  diesem  Umstand  seinen
Namen;  das  genannte  Wort  bedeutet  im  Grönländischen  „ein  grasreicher ­
  Ort“.  Hinter  den  Kryolithschachten  fliessen  die  durch  das
Schmelzen  des  Schnees  gebildeten  Gebirgsbäche,  die  sich  zu  zwei  Flüssen
vereinigen,  welche,  umgeben  von  einem  üppigen  Weidengehölz,  das
Thal  durchschlängeln.  Der  Wald,  welcher  ungefähr  J / 4  Quadratmeile
bedeckt,  besteht  hauptsächlich  aus  Salix  glauca  (Oppilc  serssok  'oder
Orpirk  soak,  d.  h.  ein  hoher  Baum),  untermischt  mit  der  kleineren
Salix  arctica  (Orpik,  d.  i.  ein  Baum,  der  auf  seiner  Wurzel  steht),  hier
und  da  mit  dem  grönländischen  Vogelbeerbaum  (Pirus  americana)  und
„Qvaner“  (Arcliangelica  off.),  deren  aromatische  Blattstiele  von  Eingeborenen ­
  und  Europäern  gern  genossen  werden.
Der  Erdboden  ist  ferner  reichlicher  mit  einem  grünen  Grasteppich
bedeckt,  als  es  sonst  in  Grönland  der  Fall  ist.  Auch  Blumen,  wie  die
Kreuzblume,  der  Löwenzahn  und  andere  Compositeen,  der  Steinbrech,
Ranunkeln,  Potentillen  und  andere  zum  Geschlecht  der  Rosen  gehörende ­
  Blumen,  ferner  Rumexarten  schmücken  ihn.  Aber  auch  hier
findet  man,  wie  in  dem  übrigen  Grönland,  besonders  am  Fuss  der  800
bis  1200  Fuss  hohen  Gebirge,  die  Rauschbeere  (Umpetrum  nigrum),
Heidelbeere  (  Vaccinium  pubescens),  Wachholder  {Juniperus  nana)  u.  a.  m.
in  Verbindung  mit  der  Zwergbirke  (Betula  nana),  der  Zwergweide
(Salix  Tierbacea)  und  dergleichen.
Das  Thierleben  ist  gleichfalls  reichhaltig  vertreten.  Am  Fusse
und  in  den  Klüften  der  Berge  sind  Schneehühner  (Tetrao  Beinhardti),
Schneehasen  (Lepus  glacialis),  Bergfüchse  (Vulpes  lagopus)  häufig,
während  die  Klippen  am  Meere  mitMöven,  „Ritten“  oder  „Tatteratten“
(Larus  tridactylus),  Lummen  (Uria  Brünichii),  Tordalken  (Alca  torda)
und  anderen  Schwimmvögeln  besetzt  sind.  Namentlich  überwintern
hier  auch  Eidergänse.  In  der  See  werden  verschiedene  Arten  von
Seethieren  gefangen,  besonders  der  kleine  fette  „  Angmansak“  (Mallotus
arcticus),  der  sich  hier  ih*solcher  Menge  einfindet,  dass  das  Wasser  oft
fast  schwarz  davon  erscheint.  Auch  der  grönländische  Dorsch,  „  Ovak“
(Gadus  Ovale),  wird  in  grosser  Menge  gefangen.  Eine  wahre  Landplage
bildet  die  unzählige  Menge  Mücken,  die  namentlich  zur  Mittagszeit  so
lästig  sind,  dass  man,  um  sich  ihrer  einigermaassen  zu  erwehren,  einen
Schleier  vor  dem  Gesicht  tragen  muss.  Von  Hausthieren  gedeihen  der
Hund,  die  Ziege  und  das  Schwein.
Der  Ort  war  früher  unbewohnt  und  wurde  nur  im  Sommer  von
Grönländern  besucht,  welche  dort  „Angmänsaker“  zum  Wintervorrath
            
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