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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

082

Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
Die  engen  Grenzen  dieses  Berichts  verbieten  eine  eingehende  Betrachtung ­
  dieser  Arbeiten;  es  mag  deshalb  nur  Weniges  aus  denselben
hervorgehoben  werden.  In  den  Schriften  von  Fürstenau  und  Lichtenberger
  sind  zum  erstenmal  die  Einzelheiten  der  Fabrikation  recht
eingehend  und  im  Zusammenhang  beschrieben  worden.  Dieselben  bieten
dem  Laien  mancherlei  Belehrung  über  den  eigentlichen  Betrieb  der
Fabrikation,  wenn  auch  Z  ieles  jetzt  als  veraltet  zu  bezeichnen  ist.  Die
übrigen  Arbeiten  beschäftigen  sich  meistens  mit  geschichtlichen  und
kritischen  Betrachtungen  früher  erschienener  Abhandlungen.  Erst  in
denNotizen  des  Verfassers  dieses  Berichtes  findet  sich  neues  thatsäch-1
  ich  es  Material,  von  welchem  Einiges  von  allgemeinem  Interesse  hier
angeführt  werden  mag.  Zunächst  wünschte  der  Verfasser  analytische
Belege  für  die  früher  nicht  genug  beachtete  chemische  Verschiedenheit
des  kieselai  men  und  kieselreichen  Ultramarins  zu  geben  und  mancherlei
Widersprüche  früherer  Bearbeiter  aufzuklären.  Sodann  theilt  derselbe  eine
neue  analytische  Methode  zur  quantitativen  Bestimmung  aller  Schwefelverbindungen ­
  mit,  welche  bei  der  Zersetzung  des  Ultramarins  durch  Säuren
entstehen.  Diese  Methode  beruht  im  Wesentlichen  auf  folgenden  Reactionen:

I.  H 2 S-|-  J. 2  =  S  +  2HJ.
II.  2(H 2 S 2  0 3 )  +  J 2  =  H 2 S 4 0 6  +  2HJ.
III.  H 2  SO,  +  H 2 0  +  J a  =  H 2  S0 4  +  2  H  J.
Erst  durch  diese  Methode  wurde  der  Weg  gebahnt,  um  die  Bindungsweise ­
  des  Schwefels  in  allen  Ultramarinverbindungen  genauer  als
seither  kennen  zu  lernen  und  wohl  auch  endliche  Aufklärung  über  die
immer  noch  unbekannte  Constitution  des  Ultramarins  zu  erlangen,  sobald ­
  erst  eine  grössere  Anzahl  von  Analysen  nach  derselben  ausgeführt
worden  sein  wird.
In  einem  Nachtrag  zu  seinen  Notizen  berichtet  der  Verfasser  über
Ultramarinkrystalle,  welche  sein  Mitarbeiter  C.  Grünzweig  zuerst  in
einem  besonderen  Präparat  und  dann  auch  in  jedem  Rohproduct  der  gewöhnlichen ­
  Fabrikationsmethoden  durch  das  Mikroskop  nachgewiesen  hat.
Ohne  auf  den  Inhalt  der  ganzen  Arbeit  oder  auf  theoretische  Schlussfolgerungen ­
  aus  derselben  näher  einzugehen,  mögen  hier  nur  die  hauptsächlichsten ­
  Analysen  einen  Platz  finden.  Zur  Vergleichung  sind  dann
auch  die  erst  neuerdings  ausgeführten  Analysen  der  sogleich  zu  erwähnenden ­
  neuen  Ultramarinverbindungen,  nämlich  eines  violetten  und
eines  rothen  Ultramarins  beigefügt  worden  (s.  Tabellen  auf  Seite  683
und  684).
24.  12)  Hoff  mann,  Als  Manuscript  gedruckt  für  die  Jury  der  Weltausstellung ­
  zu  Wien.  1S )  Scheffer,  Her.  ehern.  Ges.,  1873,  1450.  u )  Bonn,
Verlag  von  Max  Cohen  u.  Sohn.
Ausführliche  Auszüge  dieser  Arbeiten  in  den  betreffenden  Jahrgängen
von  R.  Wagner’s  Jahresbericht.
            
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