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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
mittheilen. Bemerkenswerth ist in dem qualitativen Verhalten des 
i othen Ultramarins, dass heim Zersetzen mit Säuren nur schweflige 
Säure und kein Schwefelwasserstoff als Zersetzungsproduct übrig bleibt. 
Da diese Verbindungen von dem eigentlichen Zweck dieses Berichtes 
zu weit entfernt liegen, mag es der nächstkommenden Zeit Vorbehalten 
bleiben, zu zeigen, ob und welche Rückwirkung die nähere Untersuchung 
derselben auf die Kenntniss der Constitution und Bildungsweise der 
Ultramarinverbindungen und auf die Entwickelung der Ultramarin 
industrie ausüben wird. 
In dem statistischen Theil früherer Weltausstellungsberichte wurde 
des lebhaften und stetigen Aufschwungs gedacht, welchen die Ultramarin 
industrie von derZeit ihrer Entstehung an fortwährend genommen hat. 
Aehnliches ergiebt auch jetzt wieder die nachfolgende statistische 
Betrachtung für den Zeitraum von 1862 bis 1873. 
Die Betheihgung der Ultramarinfabriken an der Weltausstellung 
zu Wien war eine sehr zahlreiche; etwa % der jetzt bestehenden Fa 
hl iken waren daselbst vertreten. Trotzdem hat es der Berichterstatter 
für zweckmässig gehalten, seine Betrachtungen nicht auf diese zu be 
schränken, sondern statistische Erhebungen bei allen zur Zeit bestehenden 
Ulti amarinfabriken zu machen. Dank dem bereitwilligen Entgegen 
kommen der grossen Mehrheit derselben wurde ein sehr vollständiges 
Material zusammengebracht und daraus die Tabelle a. S. 688 u. 689 ent 
worfen. In derselben sind die in Wien vertreten gewesenen Firmen 
mit fetter Schrift hervorgehoben und alle Zahlen, welche nicht auf 
eigenen Mittheilungen, sondern auf Schätzung beruhen, in Klammern 
gesetzt. 
Hiernach hat sich die Zahl der Fabriken seit 1862 in Deutschland 
um sieben, in Oesterreich um eine vermehrt und ist in Belgien und 
Frankreich unverändert geblieben. Hierbei ist jedoch zu berück 
sichtigen, dass in demselben Zeitraum auch mehrere Fabriken einge 
gangen sind, welche hier nicht weiter beachtet werden konnten. Die 
Production hat sich im Verhältniss von 100 : 240; Arbeiterzahl und 
Betriebskraft ungefähr wie 100 : 200 vermehrt. Die Zunahme der Pro 
duction entfällt hauptsächlich auf die Fabriken, welche schon 1862 be 
standen und unter diesen vorzugsweise auf die deutschen. 
In den angeführten Productionsmengen wurde kein Unterschied 
zwischen blauem und grünem Ultramarin gemacht, weil letzteres nur 
einen sehr kleinen Bruchtheil der Production im Ganzen bildet. 
Zu den von früher her bekannten Verwendungen des Ultramarins 
ist seit 1862 keine neue hinzugekommen, doch nimmt jetzt eine schein 
bar sehr untergeordnete Verwendung ansehnliche Mengen desProductes 
in Anspruch und ist noch in besonders lebhafter Zunahme begriffen, 
nämlich die zum Bläuen der Wäsche. Hierfür wird das Ultramarin 
in kleine Kugeln geformt in den Handel gebracht. Allein aus dem
	        
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