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Gruppe IIT. Chemische Industrie.
in Verbindung stehenden Manometerrohres näher studirte, sich bekennen
zu müssen; er fand nämlich, dass das veränderte Glas einen
Mindergehalt von 4 p. C. Alkali zeigte.
Dies ist aber auch die einzige in den letzten zehn Jahren gemachte
Beobachtung, welche für diese Theorie spricht.
Weit zahlreichere Anhaltspunkte liefert dagegen die Literatur
für die von Pelouze aufgestellte Theorie. Stolba *) gelangte durch
die Untersuchung entglaster farbiger Gläser aus der Glashütte in
Morchenstern in Böhmen zu dem Resultat, dass in allen Fällen, wo das
Glas in seiner ganzen Masse entglast, keine Aenderung in der Zusammensetzung
erfolgt, dass aber in dem Falle, wo eine Trennung in
einen krystallinischen schwer schmelzbaren und einen amorphen leicht
schmelzbaren Theil stattgefunden hat, der erstere weniger Alkali und
mehr Kieselsäure und Thonerde enthält, als der amorphe. Am leichtesten
entglasön thonerde- und eisenoxydulreiche Natrongläser, ziemlich
schwierig Bleigläser, und Natrongläser unter gleichen Umständen leichter
als Kaligläser. Stolba hat diese Verhältnisse wiederholt einer
genauen Prüfung unterworfen und fand seine früher gemachten und
vorstehend erwähnten Angaben auch bei einer neuerdings angestellten
Untersuchung 2 ) durchaus bestätigt.
Th. J. Pelouze 3 ) gelangte durch Versuche, welche er mit Alkalikalkgläsern
in St. Gobain bezüglich der Grenzen des Zusatzes resp. der
Aufnahme von Kieselsäure, Thonerde und Magnesia machte, zu folgenden
Resultaten:
1. Je mehr ein Glas über die gewöhnliche Menge hinaus mit
Kieselsäure beladen wird, desto leichter entglast es; dies tritt aber
desto seltener ein, je mehr der Sandzusatz verringert wird. Im letzteren
Falle wird man zwar ein leichter schmelzbares, weicheres, aber
auch weniger widerstandsfähiges Glas erhalten.
2. Entgegengesetzt der bisherigen Annahme scheint die Thonerde
die Entglasung nicht zu bedingen; denn es ist nach den angestellten
Versuchen gewiss, dass ein Natronkalkglas, welches einen hohen
Thonerdegehalt besitzt, weit schwerer zu entglasen ist als thonerdefreies
Spiegelglas.
3. Magnesiahaltige Gläser entglasen leicht; man muss daher
zu Gläsern, die bei der Verarbeitung wiederholt angewärmt werden,
Kalkstein mit einem möglichst geringen Magttesiagehalt verwenden.
Während Bontemps 4 ) in dem ersten Punkte anderer Ansicht
*) Stolba, Journ. f. prakt. Chem. VIIL, 118. Wagn. Jahresber. 1864, 311.
2 ) Stolba, J. f. prakt. Obern. XC, 465. Wagn. Jahresber. 1865, 420.
:: ) Pelouze, Ami. cliim. phys. [4] X, 184. J. f. prakt. Chem. CI, 449.
Wagn. Jahresber. 1867. 345. 4 ) Boutemps, Comp't.rend. LXIY, 228. Dingl.
pol. J. CLXXXIV, 324. Wagn. Jahresber. 1867. 355.
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