Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

706

Gruppe  IIT.  Chemische  Industrie.
in  Verbindung  stehenden  Manometerrohres  näher  studirte,  sich  bekennen ­
  zu  müssen;  er  fand  nämlich,  dass  das  veränderte  Glas  einen
Mindergehalt  von  4  p.  C.  Alkali  zeigte.
Dies  ist  aber  auch  die  einzige  in  den  letzten  zehn  Jahren  gemachte
Beobachtung,  welche  für  diese  Theorie  spricht.
Weit  zahlreichere  Anhaltspunkte  liefert  dagegen  die  Literatur
für  die  von  Pelouze  aufgestellte  Theorie.  Stolba  *)  gelangte  durch
die  Untersuchung  entglaster  farbiger  Gläser  aus  der  Glashütte  in
Morchenstern  in  Böhmen  zu  dem  Resultat,  dass  in  allen  Fällen,  wo  das
Glas  in  seiner  ganzen  Masse  entglast,  keine  Aenderung  in  der  Zusammensetzung ­
  erfolgt,  dass  aber  in  dem  Falle,  wo  eine  Trennung  in
einen  krystallinischen  schwer  schmelzbaren  und  einen  amorphen  leicht
schmelzbaren  Theil  stattgefunden  hat,  der  erstere  weniger  Alkali  und
mehr  Kieselsäure  und  Thonerde  enthält,  als  der  amorphe.  Am  leichtesten ­
  entglasön  thonerde-  und  eisenoxydulreiche  Natrongläser,  ziemlich
schwierig  Bleigläser,  und  Natrongläser  unter  gleichen  Umständen  leichter ­
  als  Kaligläser.  Stolba  hat  diese  Verhältnisse  wiederholt  einer
genauen  Prüfung  unterworfen  und  fand  seine  früher  gemachten  und
vorstehend  erwähnten  Angaben  auch  bei  einer  neuerdings  angestellten
Untersuchung  2 )  durchaus  bestätigt.
Th.  J.  Pelouze 3 )  gelangte  durch  Versuche,  welche  er  mit  Alkalikalkgläsern ­
  in  St.  Gobain  bezüglich  der  Grenzen  des  Zusatzes  resp.  der
Aufnahme  von  Kieselsäure,  Thonerde  und  Magnesia  machte,  zu  folgenden ­
  Resultaten:
1.  Je  mehr  ein  Glas  über  die  gewöhnliche  Menge  hinaus  mit
Kieselsäure  beladen  wird,  desto  leichter  entglast  es;  dies  tritt  aber
desto  seltener  ein,  je  mehr  der  Sandzusatz  verringert  wird.  Im  letzteren ­
  Falle  wird  man  zwar  ein  leichter  schmelzbares,  weicheres,  aber
auch  weniger  widerstandsfähiges  Glas  erhalten.
2.  Entgegengesetzt  der  bisherigen  Annahme  scheint  die  Thonerde ­
  die  Entglasung  nicht  zu  bedingen;  denn  es  ist  nach  den  angestellten ­
  Versuchen  gewiss,  dass  ein  Natronkalkglas,  welches  einen  hohen
Thonerdegehalt  besitzt,  weit  schwerer  zu  entglasen  ist  als  thonerdefreies ­
  Spiegelglas.
3.  Magnesiahaltige  Gläser  entglasen  leicht;  man  muss  daher
zu  Gläsern,  die  bei  der  Verarbeitung  wiederholt  angewärmt  werden,
Kalkstein  mit  einem  möglichst  geringen  Magttesiagehalt  verwenden.
Während  Bontemps  4 )  in  dem  ersten  Punkte  anderer  Ansicht

*)  Stolba,  Journ.  f.  prakt.  Chem.  VIIL,  118.  Wagn.  Jahresber.  1864,  311.
2 )  Stolba,  J.  f.  prakt.  Obern.  XC,  465.  Wagn.  Jahresber.  1865,  420.
:: )  Pelouze,  Ami.  cliim.  phys.  [4]  X,  184.  J.  f.  prakt.  Chem.  CI,  449.
Wagn.  Jahresber.  1867.  345.  4 )  Boutemps,  Comp't.rend.  LXIY,  228.  Dingl.
pol.  J.  CLXXXIV,  324.  Wagn.  Jahresber.  1867.  355.

I
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.