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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Ueber  Chromverb  in  düngen.  735
Porzellanscbale  zuerst  gelinde  unter  stetem  Rühren,  dann  stärker,  bis
die  einzelnen  Krystalle  völlig  trocken  erscheinen,  nicht  mehr  aneinander
haften  und  Dämpfe  von  Salpetersäure  weder  durch  den  Geruch  noch
durch  Ammoniak  mehr  nachzuweisen  sind.  Nach  dieser  Methode  lieferten ­
  300  g  Kaliumbichromat:
186  g  rohe  Chromsäure  =  91'2  p.  C.,
175  „  von  Schwefelsäure  und  Kali  freie,  jedoch  noch  salpetersäurehaltige,
172  „  reine,  trockene  Chromsäure  =  84'3  p.  C.
Die  Chromsäure  wird  auch  wohl  dargestellt,  indem  man  Chromate,
deren  Basis  mit  Schwefelsäure  ein  unlösliches  Salz  giebt,  durch  diese
Säure  zersetzt,  und  die  abfiltrirte  Lösung  eindampft.  So  wendet  man
ausser  Bleichromat  namentlich  das  Bariumchromat  für  diesen  Zweck
an.  Die  Verwendung  des  letzteren  Salzes,  welche  Kuhlmann 1 )  schon
vor  20  Jahren  vorschlug,  geschieht  in  der  Weise,  dass  man  eine  äquivalente ­
  Menge  Schwefelsäure  zusetzt.  Dadurch  wird  jedoch  nicht  die
ganze  Menge  des  Bariumchromats  zersetzt,  sondern  der  Niederschlag
des  Bariumsulfats  ist  durch  unzersetztes  Chromat  noch  so  intensiv  gelb
gefärbt,  dass  man  ihn  als  Barytgelb  in  den  Handel  bringen  kann.
H.  Schwarz 2 )  machte  in  neuerer  Zeit  Angaben  über  die  Zersetzung ­
  des  Barium-  und  Bleichromats  durch  Schwefelsäure.  Lr  bestätigt
in  Betreff  des  Bariumchromats  die  Angaben  Kuhlmann’s,  nach  welchen
eine  äquivalente  Menge  Schwefelsäure  zur  Zersetzung  nicht  hinreicht;
beim  Bleichromat  hat  er  nicht  einmal  mit  de?  dreifachen  berechneten
Menge  eine  völlige  Zersetzung  bewirken  können.
Duvillier 3 )  zersetzt  das  Bariumchromat  durch  überschüssige
Salpetersäure  in  der  Siedhitze.  Das  nahezu  unlösliche  Bariumnitrat
schlägt  sich  im  krystallinischen  Zustande  nieder  und  es  bleibt  Chromsäure ­
  zurück,  welche  man  durch  successive  Abdampfungen  und  schliesslich ­
  durch  Behandlung  mit  einer  geeigneten  Menge  schwacher  Schwefelsäure ­
  reinigt.
Man  lässt  in  der  Siedhitze  während  10  Minuten  aufeinander  einwirken ­
  :
100  Thle.  Bariumchromat,
100  „  Wasser  und
140  „  Salpetersäure  von  1’38  Vol.-Gew.
Zuerst  übergiesst  man  das  Bariumchromat  mit  Wasser,  um  eine
Art  Brei  zu  bilden,  und  hernach  mit  Salpetersäure.  Dies  ist  von
1)  Kuhlmann,  Compt.  rend.  XLVII,  677.  Dingl.  pol.  J.  CL,  372.  Wagn.
Jahresber.  1858,  240.  2 )  H.  Schwarz,  Dingl.  pol.  J.  CLXXXYI,  31.
Wagn.  Jahresber.  1867,  290.  8 )  Duvillier,  Compt.  rend.  LXV,  711.
Wagn.  Jahresber.  1873,  402.
            
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