Wolfram.
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rium, Wolfram saures Chrom, wolfram saures Kupfer, Wolfram -
säure, Wolframbronzen, blaues Wolframoxyd, Wolframmetall
und Wolframeisen. Ausserdem kommen noch von einigen Fabriken
eigentkiimliche Legirungen von Wolfram mit verschiedenen Metallen
in den Handel, von denen später die Rede sein wird.
Das Wolframerz wird namentlich zum Zwecke seiner Anwendung
für die Wolframstahlbereitung gepulvert, geröstet und durch Waschen
mit verdünnter Salzsäure von Schwefel und Arsenik befreit. Die noch
jetzt übliche Darstellungsweise des wolframsauren Natriums ist oben
erwähnt. Eine grosse Menge dieses Salzes wird auch in England bei der
Verarbeitung der wolframhaltigen Zinnerze als Nebenproduct gewonnen
und in den Handel gebracht. Nach einer Mittheilung des Hrn. Stro-
meyer in Hannover ergab die Untersuchung eines solchen Natrium-
wolframiates einen Gehalt von circa 47 p. C. Wolframsäure. Es wird
jedoch von Säuren wenig gefällt, weil das Salz die Wolframsäure zum
grössten Theil in Form von Metawolframsäure enthält; erst nach dem
Eintrocknen und schwachen Glühen der Masse lässt sich die Wolfram
säure vollständig abscheiden. Das wolframsaure Natrium dient als
Grundlage für die Darstellung der meisten anderen Wolframpräparate.
Durch Vermischen seiner Lösung mit den Lösungen der entsprechen
den Metallsalze werden wolframsaures Bariumwolframsaures Kupfer
und wolframsaures Chrom als -Niederschläge erhalten. Die Wolfram
säure wird durch Zersetzung einer Lösung des Natriumsalzes mit Salz
säure , durch Glühen des wolframsauren Ammoniums oder nach einer
zuerst von Christi 1 ) beschriebenen Methode auf die Weise gewonnen,
dass man die Lösung des wolframsauren Natriums mit einer Lösung
von Chlorcalcium vermischt und das erhaltene Calciumwolframiat
durch Salzsäure zersetzt. Man erhält nach der letzteren Methode die
Wolframsäure von besonderer Reinheit und von schön gelber Farbe, so
dass sie zur Anwendung als Malerfarbe in Vorschlag gebracht worden
ist und zur Darstellung anderer Farben benutzt werden kann. Aus
der Wolframsäure erhält man das Metall und blaue Wolframoxyd
.(wolframsaures Wolframoxyd W 2 0 5 ). Um das Metall darzustellen,
wird die Wolframsäure im Wasserstoffstrom oder mit Kohle gemengt
im verdeckten Tiegel stark geglüht. Biermann in Hannover bringt-
in neuerer Zeit Wolframmetall, welches gegen 90 p. C. Wolfram ent
hält , zu einem erstaunlich billigen Preise in den Handel (das Pfund
ungefähr 3 Rmk.). Eine Probe, die der Verfasser mit Natronkalk er
hitzte , entwickelte ziemlich viel Ammoniak; man hat es daher hier
vielleicht mit einer Stickstoff und Wasserstoff enthaltenden Verbindung,
wie solche durch Glühen eines Gemenges von wolframsaurem Natrium
mit Salmiak erhalten wird, zu thun; es ist Ries immerhin ein interes-
') Christi, Dingl. pol. J. CXXIV, 398.
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