Wolfram.
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gleichen Gehalt an Wolfram und Mangan noch 1‘26 p. C. Zinn gefunden.
Es berechtigt dies zu dem Schlüsse, dass zur Darstellung dieses
Stahles nicht Wolframnietall, oder reine Wolframsäure, sondern mit
Zinnstein verunreinigtes Wolframerz angewandt worden. Es ist wohl
denkbar, dass die verschiedenai’tigen Urtheile über die Güte des
Wolframstahls darin ihre Begründung haben, dass durch die Anwendung
des Wolframerzes nicht immer gleiche Producte entstehen, dass dagegen
durch die Benutzung des Wolframmetalls oder der erwähnten
Wolframeisenlegirung bessere und gleichmässigere Resultate erzielt
werden könnten.
Noch eine andere Anwendung, die der Wolframstahl seit Kurzem
gefunden hat, ist zu erwähnen; man benutzt ihn in der Telegraphie
zur Anfertigung von Magneten, welche vor den gewöhnlichen Stahlmagneten
den Vorzug haben, dass sie in Folge ihrer grösseren Härte
den Magnetismus länger behalten.
Neben der erwähnten Osborne’schen (früher Mushet’schen) Fabrik
beschäftigen sich noch mehrere Fabriken mit der Anfertigung von
Wolframstahl, so unter anderen die Fabrik von Oxland in Gifford bei
Plymouth, die Stahlwerke zu Bukau bei Magdeburg, zu Uslar am Solling
und die Fabrik von Goldacker und Nesselrode in Moabit bei Berlin.
In neuerer Zeit sind in England und Frankreich Patente auf Legirungen
des Wolframs mit Eisen und verwandten Metallen für bestimmte
Zwecke genommen worden. Nach einem französischen Patent
von Levallois x ) in Paris soll man eine stahlartige Masse erhalten, wenn
man Eisen, Wolfram und Nickel mit einem Flussmittel zusammenschmilzt.
Die Mengen des anzuwendenden Eisens betragen je nach
der Güte der herzustellenden Masse 93 bis 97 Thle., der Wolframzusatz
variirt dementsprechend zwischen 6*, 2 und 2by Thln; der
Nickelzusatz beträgt stets 1 / a p. C. Das Flussmittel besteht aus Quarz,
Borsäure und kohlensaurem Kalk. J. E. T. Woods und J. Clark in
London nahmen ein Patent 2 ) auf einen Zusatz von Wolfram und Chrom
zu Eisen und Stahl. Der Zusatz von 1 bis 5 p. C. einer aus 10 Thln.
Wolfram und 90 Thln. Chrom bestehenden Legirung zum Eisen und
Stahl soll diesem Metall besondere Härte und Widerstandsfähigkeit
gegen das Rosten geben. Ein silberfarbiges, äusserst politurfähiges zum
Speculummetall ganz vorzügliches Material soll durch Zusammenschmelzen
von 67 Thln. Stahl und 33 Thln. Wolframchromlegirung,welche aus
5 p.C. Wolfram und 95 p.C. Chrom besteht, erhalten werden. Die Wolframchromlegirung
(?) wird vermuthlich. durch Reduction des wolframsauren
Chroms erhalten. (Vergl. auch den Aufsatz Eisen S. 783, 793 u. 820).
Versuche, das Wolfram mit anderen Metallen zu legiren.
Bernoulli hatte bereits in einer ausführlichen Arbeit 3 ) gezeigt,
3 ) Deutsche Industriezeitung 1873, 158. 2 ) Deutsch, ehern. Ges. Ber.
1873, 1554. 3 ) Bernoulli, Pogg. Ami. CXI, 573.