MAK

Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Eisen. 
759 
Bestimmung des Eisens. Für die Bestimmung diesesMetalles 
in Erzen sind fast ausschliesslich, Titrirmethoden in Gebrauch gekom 
men und zwar ist die Methode mittelst Oxydation einer Eisenoxydul 
lösung durch übermangansaures Kalium am allgemeinsten, wobei 
man sich zur Titrestellung dieses letzteren mit grossem Vortheile des 
von Mohr vorgeschlagenen sehr unveränderlichen Doppelsalzes von 
schwefelsaurem Eisenoxydul-Ammoniak statt der Oxalsäure bedient. 
Später hat Mohr noch drei neue Methoden vorgeschlagen x ), näm 
lich 1) Bestimmung dureh Titriren von Eisenchlorid durch Zinnchlorür 
in der Siedhitze bei Zusatz einiger Tropfen von Schwefelcyankalium 
als Indicator; 2) ebenso bei 50 bis 60° C. und Benutzung von Stärke 
lösung und Jodkalium zum Indiciren; 3) Titriren mit unterschweflig 
saurem Natrium bei Anwendung derselben Temperaturen und In- 
dicatoren. Dieser letzten Methode gab Mohr wegen der grösseren 
Haltbarkeit der Lösung im Vergleich zu Zinnchlorür den Vorzug; 
K. List 2 ) verwirft sie indessen ganz und gar als ungenau. Eine von 
E. Espenschied 8 ) vorgeschlagene Methode zur Titrebestimmung einer 
Chamäleonlösung beruht darauf, dass übermangansaures Kalium sich mit 
Jodkalium hei Gegenwart von Salzsäure so zersetzt, dass 
KMn0 4 -f 5 KJ + 8 HCl = Mn Cl 2 -f 5 J -f 6 KCl + 4 H a O 
wird. 
Bestimmung des Mangans. V. Eggertz 4 ) hat eine Me 
thode zur Ermittelung des Mangans in Eisen und Eisenerzen ange 
geben, clie sehr genaue Resultate geben soll und darin besteht, das 
Metall bei 50° C. als Mangansuperoxydhydrat mit Brom aus der Lösung 
auszufällen. In Spiegeleisen bestimmt Th. Eo\van ) das Mangan 
durch Auflösen in Salzsäure, Oxydiren mit chlorsaurem Kalium, Kochen 
bis kein Chlor mehr entwickelt wird und starkes Concentriren; dann 
wird die Lösung vorsichtig mit kohlensaurem Natrium gesättigt, bis 
sie tief blutroth erscheint und noch kein kohlensanres Eisenoxydul aus 
fällt. Darauf wird die Lösung verdünnt und das Eisen als basisch 
essigsaures Eisenoxyd mit concentrirtem essigsaurem Natrium ausge 
fällt, 20 Minuten gekocht und filtrirt. Das Filtrat wird dann bei 36° C. 
mit Chlorgas behandelt bis es schwach riecht, 6 Stunden an einem 
warmen Orte stehen gelassen, bis alles Mangansuperoxyd ausgefällt 
ist, wobei etwa gebildete Mangansäure durch Zusatz von wenig Alkohol 
reducirt wird; der Niederschlag wird endlich abfiltrirt und als Mn0 2 
gewogen. 
l) Mohr, Dingl. pol. J. CLIV, 434; Chem. Centr. 1860, 76. ) List, 
Bericht über die k. Provinzial-Gewerbesehule zu Hagen (Programm) 1860, 7. 
3 ) Espenschied, Ami. Chem. Pharm. CXIV, 255; Chem. Centr. 1860, 702. 
4 ) Eggertz, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1867, 371; Wagn. Jahresher. 1867, 12. 
5 ) Itowan, Engineering 1870, June, 455; Chem. Centr. 1870, 592.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.