MAK

Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Eisen. 
761 
Graphit Zurückbleiben. Letzterer wird durch Verbrennen in Sauer- 
stoffgas beseitigt und der Rückstand als Kieselsäure gewogen. So fand 
er im ostindischen Wootz 0'045 bis 0'060, in Gussstahl 0'070, 0'440, 
0'09, in Krupp’s Geschütz-Gussstahl 0’440, in Wolframstahl 0'093 
und in grauem und weissem Roheisen von Ria 1'40 und 0'33 p.C. 
Silicium. 
Bestimmung des Kohlenstoffs. Die Bestimmungsmethoden 
für diesen Körper, der in der Zusammensetzung des Roheisens und 
Stahls unstreitig die wichtigste Rolle spielt, sind in den letzten 12 
Jahren wesentlich vervollkommnet worden. Bekanntlich tritt der Koh 
lenstoff im Eisen in zwei Modificationen auf, nämlich im chemisch ge 
bundenen und freien, graphitartigen, Zustande. Die letztere entsteht 
immer aus der ersteren durch Zersetzung von Kohleeisen und kann 
durch anhaltendes Schmelzen auch wieder in diese zurückgeführt wer 
den. Im Folgenden wird der chemisch-gebundene Kohlenstoff immer 
als «C, der Graphit als ßC bezeichnet werden. Bei der Kohlenstoff 
bestimmung liegt die grösste Schwierigkeit darin, dass sich beim Auf 
lösen des Eisens oder Stahls in Säuren stets Kohlenwasserstoffe bilden, 
die sich der Analyse entziehen; daher hat man sich bemüht, solche 
Zersetzungsmethoden anzuwenden, bei denen keine Gasentwickelung 
stattfindet. H. Hahn 1 ) fand nämlich, dass sich beim Auflösen des 
Roheisens in Salzsäure drei verschiedene gasförmige Kohlenwasserstoffe 
und ein flüssiger, als Oel, von penetrantem Gerüche, abscheiden, daher 
sich im Rückstände nur ein Theil des ursprünglich vorhandenen Koh 
lenstoffes vorfindet. Weyl' 2 ) suchte deshalb die Lösung durch Mit 
wirkung des galvanischen Stromes zu bewirken, indem er 5 bis 6 g 
Roheisen, bei Lösung in verdünnter Salzsäure, als positive Elektrode 
in ein Bnnsen’sches Element einschaltete, wobei der Kohlenstoff in 
der Form des Eisens ausgeschieden zurückblieb. Indessen hat L. Rin 
mari 3 ) gefunden, dass diese Methode nicht genau sei, indem sie zu 
wenig Kohlenstoff angiebt. Um über die Genauigkeit verschiedener 
Methoden Auskunft zu erhalten, stellte v. Feilenberg 4 ) vergleichende 
Versuche mit den folgenden an. 1) Methode von Brunner durch oxy- 
direndes Lösen mit saurem chromsaurem Kalium und Schwefelsäure 
und Wägen des Kohlenstoffs als Kohlensäure; 2) Methode von Ber- 
thier durch Oxydiren des Eisens in feuchter Luft, Verbrennen des 
Kohlenstoffs mit Sauerstoff und Bestimmen als Kohlensäure; 3) Methode 
von Berzelius durch Auflösen in Kupferchlorid und Verbrennen des 
Rückstandes; 4) Methode von demselben durch Auflösen mit Kupfer- 
] ) Hahn, Ann. Chem. Pharm. CXXXIV, 57; Berg- u. Hüttenm. Ztg. 
1864, 201; Wagn. Jahresber. 1864, 33. 2 ) Weyl, Pogg. Ann. CXIY, 507 ; 
Dingl. pol. J. CLXIII, 120. 3 ) Bin man, Zeitschr. anal. Oliem. 1864, 336, 
4 ) v. Feilenberg, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1865, 195.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.