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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
erspart. Aehnlich ist R. Brown’s 1 ) Hohofen mit Vorwärmer, bei dem 
sich über der Gicht ein 25 bis 30 engl. Fuss hoher cylindrischer Schacht 
befindet, der mit Erz und Kalkstein gefüllt ist und durch den die bren 
nenden Gichtgase hindurchgeführt werden. Aus ihm werden die er 
hitzten und zum Theil reducirten Erze portionenweise auf die Gicht 
des unteren weiteren Theiles des Ofens fallen gelassen, nachdem zuerst 
die Kohlengicht wie gewöhnlich gesetzt ist. Eine wichtige Neuerung 
ist Lürmann’s 2 ) Schlackenform für Cokehohöfen mit geschlossener 
Brust, da sie einen constanten Schlackenabfluss gestattet und da 
durch auf Georgs - Marienhütte, bei Osnabrück, die vermehrte wirkliche 
Betriebszeit pro Jahr um 20 Tage, entsprechend einer Production von 
14 000 bis 20 000 Ctr. Roheisen, erhöhte. Die mit Wasser gekühlte Form 
hat ein Auge von 3'5 bis 4'5 cm, und da keine Entweichung von Gasen 
und Wärme mit der Tümpelflamme mehr stattfinden kann, entsteht eine 
Brennstoffersparung und vermehrte Production. Diese steigerte sich 
auf Redenhütte in Oberschlesien wöchentlich von 2 800 anf 3 000 Ctr.; 
auf Friedenshütte von 2700 auf 3150 Ctr. pro Ofen. 
Demnächst sind die Einrichtungen zum Abfangen der Gichtgase 
und zur gleichmässigen Vertheilung der Beschickung zu erwähnen. 
Bei allen kommt es darauf an, die im Ofen nicht mehr wirksamen 
Gase möglichst vollständig so zu sammeln, dass die Bedienung der 
Gicht in keiner Weise behindert wird. Es sind besonders drei ver 
schiedene Prineipien zur Anwendung gekommen; nämlich die Ent 
ziehung der Gase aus der Mitte der Gicht durch einen eingehängten 
Cylinder, Trichter oder Glocke; dann die Entziehung an der Peri 
pherie durch Abzugscanäle; endlich das Auffangen über der Gicht. Zu 
der ersten Classe gehören die Gasfänge von Cochrane 3 ) zu Middels- 
borough, von Lloyd 4 ), Faber-du-Faur, Parry, von Hoff u. A. 5 ); 
dagegen zur zweiten die Apparate von Addenbrook und Mi 11 ward 
und zum Theil Cochrane 6 ); endlich zur letzten die Gasfänge von 
Thurley 7 ), E. Langen 8 ), Coingt 9 ) u. A. m. 
Die auf diese Weise abgezogenen Gichtgase dienen zuweilen zur 
Dampferzeugung; in der Regel jedoch zur Heizung der Heissluft- 
4 ) Brown, Engineering 1871, June, 371; Dingl. pol. J. CCI, 114. 
2 ) Lürmann, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1868, 4; Berggeist 1869, Nr. 37, 38. 
3 ) Cöchrane, Berg- und Hüttenm. Ztg. 1861, 407; Polyt. Centralbl. 1861, 266. 
4 ) Lloyd, London Journ. of arts 1861, July 37; Dingl. pol. J. CLXX, 
353. 6 ) Zeitsehr. d. Vereins deutscher Ingenieure 1864. 312; Wagn. 
Jahresber. 1864, 40. °) Cochrane, Bevue univers. 1866, X, 69; Berg- u. 
Hüttenm. Ztg. 1867, 19, 7 ) Thurley, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1860, 158; 
Dingl. pol. J. CLVI, 194. 8 ) E. Langen, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 
1862. 376; Wagn. Jahresber. 1867, 25. 9 ) Coingt, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 
1864, 258. 
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