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Gruppe III. Chemische Industrie.
Diese Analysen zeigen einen sehr kleinen Gehalt von «-Kohlen
stoff, einen verhältnissmässig grossen an Silicium und das Atomver-
hältniss der elektronegativen Bestandtheile (« C, Si, P, S, As) zum Eisen
ist bei ihnen nach Rammelsberg’s Aufstellung in a. = 1 : 12*5,
b. = 1 : 19 und c. = 1 : 21. Der a- Kohlenstoff war bestimmt
worden aus der Differenz von ß-Kohlenstoff und dem Gesammt-
kohlenstoffe, und da ß-Kohlenstoff, durch Auflösen von Roheisen in
Säuren, niemals rein im Rückstände darzustellen ist, so liegen in der
Methode Fehlerquellen, welche den a-Kohlenstoff viel geringer er
scheinen lassen müssen, als er wirklich ist. Kur eine directe Bestim
mung, wie z. B. nach Boussingault’s Methode mit Hg Cl 2 (s. Be
stimmungsmethoden), kann den ganzen Gehalt an «-Kohlenstoff
angeben. Später analysirte Ramm elsberg*) noch zwei Proben
krystallisirten Roheisens; a. fand sich in einer gebrochenen Schienen
walze der Henrichshütte, zeigte ein deutliches Aggregat bunt ange
laufener, regulärer Krystalle von 7'285 Vol.-Gew.; b. bildete sich bei
einer Betriebsstörung und langsamer Erkaltung unter Schlacke zu
Freisenbrucher Hütte, war also ein ungaares Eisen; es hatte einen
sehr geringen Gehalt an ß - Kohlenstoff oder Graphit und 7'617 Vol.-
Gew. Rammeisberg hält es für reguläres, weisses Roheisen. Die
Krystalle hatten die Form gestrickter Octaeder und ihr hohes Volum
gewicht erklärt sich durch die fast gänzliche Abwesenheit des Gra
phites. Die Zusammensetzung war:
«C ß G Si P S
a. 1'963 P121 1-537 0‘041 0-113
b. 2-820 Spur 0'334 0'986 0.000
und das Verhältniss der elektronegativen Bestandtheile zum Eisen ist
nach Rammeisberg in a. = 1:7"6 und in b. = 1 : 7. Kimmt man
jedoch an, dass der Rest nur Eisen gewesen sei und berechnet man
Silicium, Phosphor und Schwefel als Achtelverbindungen mit dem Eisen,
so ergiebt sich für a. mit grosser Annäherung für die restirende Ver
bindung von Eisen und «-Kohlenstoff das Achtel-Carbouret und unter
gleichen Verhältnissen für b. dasselbe mit einer Beimengung von
Viertel-Carburet, nämlich:
Fe s Si Fe s P Fe 8 S Fe s «C Fe 4 a C ß C Summe
a. 17-045 0-593 0'278 75'202 — 1*121 94'231
b. 3-704 14-276 — 58G30 25'500 Spur 10P610
und es würde durch diese Analysen das Achtel-Carburet von Gleiwitz,
unter obigen Voraussetzungen, seine Bestätigung finden. Bei a. ist
P Bammelsberg, Ber. Chem. Ges. 1872, 430; Berg- und Hüttemn.
Ztg. 1872, 232;- "Wagn, Jahresber 1872, 28.