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Gruppe III. Chemische Industrie.
1050 Kg Eisen. H. Krigar’s ] ) Cnpolofen hat einen herausgerückten
Vorheerd, welcher nur das geschmolzene Eisen aufnimmt, ohne dass
dieses in Berührung mit dem Coke bleibt. Aus dem Vorheerde kann
es beliebig abgestochen werden, ohne dass dadurch auf das Nieder
gehen und Schmelzen der Gichten irgend ein Einfluss ausgeübt wird.
Der Ofen braucht beim Anblasen keinen Füllcoke und erspart auch an
Satzcoke; der schwach gepresste Wind wird durch sehr weite Düsen,
von 8 bis 9 Zoll Durchmesser, eingeblasen. Statt den Wind in den
Ofen zu blasen, wird er bei Woodward’s 2 ) steam-jet cupola mittelst
eines Dampfstrahls durch die Formen eingesogen. Er wird seit 1865
in Woodward’s Giesserei zu Manchester betrieben und hat seitdem
in England grosse Verbreitung gefunden, da er 15 bis 20 p. C. Coke
sparen soll. Auch Gasflammenöfen haben mit und ohne Siemens’
Regenerativ-Erhitzung ausgedehnte Anwendung gefunden, namentlich
beim Geschützgusse in Lüttich, Spandau und Finspong in Schweden.
Auf der Wiener Ausstellung zeigten sich evidente Fortschritte im
Maschinengusse, besonders illustrirt durch die ausgestellten Maschinen-
theile von Seraing, Creuzot, Sterkerade, Neuhoffnungshütte bei Her
born, Quint bei Trier, Blansko und Adamsthal in Oesterreich. Aus
gezeichneter Röhrenguss von O'OG bis Dl Meter innerem Durchmesser
war besonders repräsentirt durch die Giesserei zu Marquise in Frank
reich, dann aber auch durch Gleiwitz, Kladno, Mülheim a. d. Ruhr und
Pont a Mousson. Von einem besonders schweren Gusse, einer Chabotte
der russischen Kanonenfabrik zu Perm an der Kama, war ein Modell
ausgestellt. Sie wiegt 10 000 Centner und ist bestimmt für einen
1000-Centner-Dampfhammer 3 ). Zum Gusse, der unter Leitung des
kaiserlich russischen Bergingenieurs Woronzow ansgeführt wurde,
verwendete man 14 Makenzie-Cupolöfen mit Anthracit und Cokefeue-
iung, von denen jeder 4000 Cubikfüss Luft in der Minute erhielt.
Vom 26. Januar 1873, 4 Uhr Morgens, bis zum 27. Januar 7 Uhr
Abends, wurden in ihnen 17 240 Centner flüssiges Gusseisen mit 2430
Centner Coke und Anthracit erzeugt. Der mit Cokelösche bedeckte
Guss hatte am 29. Januar erst eine dünne erstarrte Kruste, nach deren
Durchstossung das flüssige Eisen aufquoll; am 26. März hatte er noch
Bleischmelztemperatur. Er kühlte anfangs täglich um 40° C., dann um
30° C. und zuletzt um 1.7‘7° C. ab.
Wenn das Gusseisen aus den Cupolöfen zu kalt abgestochen wird,
so setzen ihm einige Giessereien in Staffordshire in der Giesspfanne
etwas Blei 4 ) zu, wodurch es dünnflüssiger wird und die Formen besser
*) H. Krigar, Berggeist 1872, Nr. 23; Wagn. Jahresber. 1872, 49.
> Woodward, Dingt pol. J. CLXXVII, 149, und CLXXXX, 150; Berg-
u. Hüttenm. Ztg. 1866, 126. 3 ) Engineering 1874, Febr. 167. *) Bresl
GeWerbebl. 1864, 116; Dingl. pqj. J. CLXXIII, 313.