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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Eisen. 
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Nächst den mechanischen Rührvorrichtungen hat sich die Auf 
merksamkeit mehr und mehr den mechanischen, meist rotirenden 
Puddelöfen oder Puddelmasehinen zugewendet, von denen einige hier 
Erwähnung finden sollen. Schon lange hat man sich bemüht, die 
äusserst anstrengende Arbeit des Puddelns mit der Hand durch eine 
mechanische Einrichtung zu ersetzen und so hat unter anderen Professor 
Schafhäutl x ), der sich in seiner Jugend sehr viel mit dem Eisen 
hüttenwesen beschäftigte, schon 1836 in Staffordshire eine Puddel- 
maschine angewendet. Wenn eine solche Maschine ihren Zweck erfül 
len soll, so muss sie das Metall mit den garenden Zuschlägen durch 
rühren, das festgewordene Eisen aufbrechen und endlich in eine oder 
mehrere Luppen formen können. Dieses geschah bereits durch den 
von Oestlund zu Finspong erfundenen Apparat, der aber nur Chargen 
von etwas über 100 Pfund gestattete. Er bestand aus einem mit 
Schlacke ausgefütterten, um seine etwas geneigte Axe rotirenden eisernen 
Grapen, in welchem geschmolzenes Eisen unter Erhitzung durch eine 
darauf geblasene Generatorgasflamme so lange bei Luftzutritt gedreht 
wurde, bis sich das flüssige Roheisen in eine zusammenhängende 
Luppe von Schmiedeeisen verwandelt hatte. 
Die neueren Apparate beruhen nun auch auf dem Princip der 
Rotation, die entweder um eine horizontale oder verticale Axe erfolgt. 
In ersterem Falle sind die Apparate mehr oder weniger cylindrisch, 
im letzteren kreisrund und tellerförmig. Die erste Art von mechani 
schen Puddelöfen ist gewöhnlich so eingerichtet, dass der mittlere 
Theil, der Herd, auf Rollen beweglich ist und durch irgend eine 
maschinelle Einrichtung mit verschiedenen Geschwindigkeiten gedreht 
werden kann; dagegen steht die Feuerungseinrichtung, der Fuchs und 
die Esse fest, oder auch der Fuchs ist verschiebbar, so dass man zum 
Innern der rotirenden Kammer gelangen kann. Der rotirende Puddel 
ofen von Menelaus zu Dowlais hat eine feststehende Feuerung und 
feststehenden Fuchscanal, in dessen Vorderseite eine Arbeitsthür ange 
bracht ist, durch die man zum Innern des Ofens gelangen kann 2 ); 
dagegen ist der mittlere Theil, der zwischen der Feuer- und Fnchs- 
brücke auf Frictionsrädern rotirt, eiförmig und aus starkem Kessel 
bleche construirt. Der Ofen von Danks 3 ), der zuerst auf den Roane 
Iron Works zu Chattanooga in Nordamerika angewendet wurde, ist 
ähnlich, nur ist der rotirende Theil cylindrisch und der Fuchs in 
Hängeschienen verschiebbar. Die ausgedehnteste Anwendung hat er 
in England auf den Erimus Iron Works von Hopkins und Gilkes zu 
Middelsborough, zu Sclessin in Belgien und Hayingen in Lothringen 
Schafhäutl, Berg-u. Hüttenm. ütg. 1865, 293. 2 ) A. Gurlt, Berg 
geist 1865, Nr. 44, 45; Dingl. pol. J. CLXXVII, 142. s ) Danks, Wagn. 
Jahresber. 1872, 67; Engineering 1874, May 335. 
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