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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Eisen. 
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Was die wirklich erzielten Leistungen dieser mechanischen Puddel 
öfen betrifft, so lieferten die zu Dowlais in iy s Stunden 6 Centner Lup 
pen; der Rotator von Siemens macht in 2 Stunden aus 20 Centner Erz 
2 bis 3 Luppen von 9 bis 10 Centner Gewicht; der Spencer Ofen aus 
geschmolzen eingetragenem Eisen 10 Centner Schmiedeeisen in 25 Mi 
nuten und W. Seilers erhält aus 6 Centner ebenfalls flüssig aus 
einem Cupolofen eingelassenem Roheisen in 35 Minuten eine Luppe 
von gleichem Gewicht. Seine Oefen arbeiten schon zwei Jahre zu 
Edgemoore bei Philadelphia. Die um eine verticale Axe rotirenden 
Puddelöfen vermeiden zum grössten Theile die aus der Beschaffenheit 
des Futters herrührenden Uebelstände. 
Es möge hier auch noch erwähnt werden, dass die Gasregenerativ- 
sch weissöfen von Fried r. Siemens in Dresden für Steinkohlen, Holz, 
Torf u. s. f. eine immer ausgedehntere Anwendung finden. Abgesehen 
von einer beträchtlichen Ersparung an Brennstoff bieten sie durch die 
regulirbare Gasflamme den Vortheil, dass sie die höchste Schweisshitze 
gleichmässig erzeugen ohne Luftüberschuss, durch welchen das zu 
schweissende Eisen oxydirt wird, daher auch der Abbrand geringer 
ist, als bei gewöhnlichen Oefen. Auch die Gasschweissöfen von Ekman 
und von L u n d i n, letzterer für Sägespähne, mit Condensation des Wasser 
dampfes und Vorwärmung der Gase nach Siemens’ Regenerativ 
system, haben sich sehr bewährt z. B. in Prävali, Buchscheiden u. a. 0. 
Demnächst würde der Betrieb der mechanischen Puddelöfen einige 
Worte erfordern und der Danks’sehe Ofen, von dem die ausführlich 
sten Resultate vorliegen, mag als Beispiel dienen, da die Manipulation 
bei den Uebrigen fast ganz gleich ist. Das Einschmelzen der Roh 
eisencharge kann in dem stillgestellten Ofen selbst geschehen, doch 
ist das nicht besonders vortheilhaft, weil der Heerd verhältnissmässig 
tief ist und von der Flamme wenig berührt wird, während diese das 
Gewölbe desto mehr angreift. Zweckmässiger ist es jedenfalls, das 
Eisen schon flüssig in die Maschine zu bringen, sei es direct vom Hoh- 
ofen oder von einem Cupolofen. In jenem Falle ist man aber immer 
auf die Qualität beschränkt, die der Ilohofen gerade giebt, auch das 
Arrangement schwierig ohne den Platz vor demselben allzusehr zu 
beengen; in diesem Falle ist es dagegen möglich verschiedene Eisen 
sorten zu gattiren, was meist geschehen muss, wenn man nicht ein 
durchaus reines Roheisen zu verarbeiten hat, daher ist die Anwendung 
eines guten Cupolofens vorzuziehen. Zugleich mit dem Eisen ist ein 
bedeutender Zuschlag von Puddelschlacke, Zängeschlacke und Walz 
sinter erforderlich, etwa 6 bis 7 Centner auf 20 Centner Roheisen, da 
mit die Oxydation von Silicium und «-Kohlenstoff vorzugsweise durch 
den gebundenen Sauerstoff dieser Zuschläge sowie des Ofenfutters ge 
schehen kann. Sobald nun der Ofen in langsame Rotation versetzt 
ist, wird zunächst in der sogenannten Feinperiode, die bei grauem
	        
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