Eisen.
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Bei dem grauen Coneygree-Roheisen ist a. das Roheisen, b. nach
dem Einschmelzen, c. 5 Minuten später, d. Luppenstab.
Fe
a. 93-29
b. 95-68
c. 96-55
d. 95-75
«C ßC
0-16 2-74
2-55 —
0-27 —
Es zeigte sich bei den vielen Versuchen, dass das Ausbringen an
Luppen in Danks’ Ofen in Folge der Reduction aus dem Eisenoxyde
10 bis 12 p. C. mehr betrug, als der Einsatz von Roheisen, während
es bei den gewöhnlichen Puddelöfen meist um so viel weniger ist,
namentlich bei siliciumreichem, grauem Roheisen.
Um die Qualität des gepuddelten Eisens, namentlich durch voll
ständigere Abscheidung von Schwefel und Phosphor, zu verbessern, hat
man dem geschmolzenen Roheisen verschiedene Zuschläge gegeben. So
wendete R. Richter 1 ) zu Frantschach einen Zuschlag von Bleiglätte
an und Gurlt auf Eisenwerken in Süd-Wales einen solchen von 1 / i
bis J / 2 p. C. von metallischem Blei, durch welchen bei allen nicht zu
dickflüssigen Roheisenarten eine bedeutende Verminderung des Roth-
bruches erreicht wurde; endlich versuchte Crawshay 2 ) zu demselben
Zwecke einen Zuschlag von Eisenvitriol und Bleioxyd. Zur Beseitigung
des von Phosphor herrührenden Kaltbruches wurde ein Zusatz von
Flussspath oder Kryolith 3 ) (Fluoraluminium) vorgeschlagen und
Th. Scheerex* empfahl zxx gleichem Zwecke ein Gemenge von Chlor
calcium xxnd Chlornatrium in gleichen Theilen, wovon 2 Pfund auf
einen Satz von 4 bis 5 Centner Roheisen auf Hermannshütte bei Hörde
genügten, den Phosphor zu entfernen 4 ). Aus phosphorhaltigem Roh
eisen von Ilsede wux’de mit einem Zuschläge von 1 20 p. C. Fhxssspath
oder Fluorcalcium auf der Hütte zu Thale am Harz ein sehnigeB Eisen
gepuddelt, das frei von Kaltbruch war. J. Henderson schlug auch
in gleicher Absicht Flussspath beim Puddeln zu, wollte aber den Phos
phor voi'züglich schon beim Feinen in den eisernen Gussfoi'men elimi-
niren und soll auch auf der Rose-Clare-IIütte in Illinois und auf den
Blochairn Ironworks in Schottland dahei ganz gute Resultate ei zielt
haben 5 ). (Vergl. oben Feinen des Roheisens.) Bei einer Probe, die so
mit Eisenoxyd und Flussspath behandelt wurde, enthielt nach den
Analysen von E. Riley das Roheisen an Phosphor 1*14, das gefeinte
Eisen 30 Minuten nach dem Abstiche 0'23, nach 40 Minuten 015,
nach 50 Minuten 012, das daraus gepuddelte Stabeisen 0'07 und die
i) Richter, Dingl. pol. J. CLXI, 155; Polytechn. Central«. 1861, 1302.
2 ) Crawshay, Revue univers. 1865, 2 livr. 342. 3 ) Dingl. pol. J. CCIV, 482.
4 ) Scheerer, Berggeist 1871, Nr. 33. 6 ) Oesterr. Zeitschr. f. Berg- u.
Hüttenwesen 1871, Nr. 15; Berggeist 1872, Nr. 59.