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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
Schwefel zuerst, a Kohlenstoff zuletzt, nachdem er sich bei grauem Eisen 
durch Auflösen des ß C vermehrt hat, dass Kupfer aber nicht abgeschieden 
wird. Ferner, dass die Entkohlung nicht durch die Einwirkung des Ge 
bläsewindes, sondern nur durch die an Eisenoxyden reiche Schlacke und 
die gaarenden Zuschläge geschieht; endlich dass ein heisser Ofengang 
und eine manganreiche Rohschlacke erforderlich sind, um die Stahl 
bildung leicht überwachen zu können, da eine solche nicht so ener 
gisch oxydirend wirkt, aber leicht die Verunreinigungen des Roheisens, 
wie Silicium, Phosphor und Schwefel aufnimmt. 
Puddelstahl. In derselben Arbeit theilt Lan seine Unter 
suchungen über das Stahlpuddeln im Flammofen mit und 0. Schrä 
der 1 ) veröffentlicht eine Reihe werthvoller Analysen von Metall- und 
entsprechenden Schlackenproben, die während des Processes genommen 
wurden und die hier nebeneinander gestellt folgen. Es sind a. Roh 
eisen und entsprechende Schlacke nach dem Einschmelzen; b. nach 
beendetem Rühren mit dem ersten Puddelhaken; c. nach dem zweiten 
Haken; d. nach dem vierten; e. Anfang der Stahlbildung; f. Anfang 
des Luppenmachens; g. fertige Stahlluppe. 
Metall Schlacke 
aC ßC Si Mn 
Si0 2 FeO Mn 0 Al 2 0 3 CaO 
a. 2-246 2-154 P260 6*721 
b. 2-823 1-577 0'050 P434 
c. 3-165 1-235 0-030 P227 
d. 3"454 0'946 Spur 0"909 
e. 2-173 0-577 Spur 0'595 
f. 1-451 0-499 Spur 0’570 
g. 1-000 0-300 Spur 0‘570 
14- 436 60-643 18763 5'638 0'520 
15- 995 54-731 24D44 4755 0‘473 
15-419 57*226 2P506 5’348 0711 
14- 747 58-832 20730 5790 0’501 
15- 336 57-359 2P417 5'475 0713 
14-922 58-141 20792 5'653 0792 
14-586 60-017 19'062 5'816 0‘519 
Diese Analysen zeigen eine rasche Abnahme des Mangans und Si 
liciums, sowie das allmälige Verschwinden von ßG unter gleichzeitiger 
Vermehrung von ßC, der erst zu Anfang der Stahlbildungsperiode 
abgeschieden wird und dessen Oxydation noch in der Luppe fortdauert, 
was auch aus den einer jeden Stahlluppe entströmenden Flammen ersicht 
lich ist. Die Schlacke ist reich an Mangan und nur zu bedauern, dass 
ihr Gehalt an Schwefel und Phosphorsäure nicht bestimmt wurde, damit 
die Perioden kenntlich wurden, in denen sie abgeschieden werden. 
Ueber Blasen in Puddelstahlblechen beobachtete C. Peters 2 ), dass sie 
entstehen durch Einwirkung von mechanisch eingeschlossenem Hammer 
schlag oder Schlacke auf rohe, d. h. kohlenstoffreiche Stellen und sich 
erst bei der Abkühlung bemerklich machen. 
J ) Schräder, Zeitsehr. d. Ver. Deutscher Ingen. 1865, 24, 59, 64. 
2 ) Peters, Zeitsehr. Verein deutscher Ingen. IX, 370.
	        
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