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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Eisen.

'827

Ganister,  ausgestampft  und  der  Hals  mit  feuerfesten  Steinen  ausgemauert. ­
  Statt  die  Düsen  in  die  Solde  des  Sturzofens  einzusetzen,
bringt  man  sie  neuerdings  wieder  an  der  Seite  an,  wie  z.B.  zuWednesbury,
  wo  acht  Düsen,  jede  mit  neun  Oeffnungon,  angewandt  werden. l )  Die
Convertoren  werden  jetzt  meist  mit.  hydraulischen  Vorgelegen,  doch  oft
auch  durch  directe  Dampfkraft  bewegt.  Wenn  die  Charge  eingebracht
ist  und  der  gepresste  Wind  das  Eisenbad  gewaltsam  durchbricht,  finden
durch  seine  oxydirende  Einwirkung  heftige  Reactionen  in  demselben
statt,  die  sich  auch  in  dem  Erscheinen  von  Flammen  äusseren,  welche
aus  dem  Halse  hervorbrechen  und  als  Kennzeichen  für  den  Gang  des
Processes  benutzt  werden.  Diese  sind  natürlich  bei  verschiedenen
Eisensorten  verschieden.  Bei  dem  in  England  jetzt  fast  ausschliesslich ­
  verarbeiteten  Hämatit-Bessemereisen  mit  hohem  Silicium-  und
Kohlenstoffgehalt  lassen  sich  folgende  Perioden  unterscheiden,  die  je  nach
dem  Hitzegrade  gnd  der  Zusammensetzung  des  Roheisens,  sowie  der
Menge  der  eingeblasenen  Luft,  mehr  oder  weniger  schnell  verlaufen.
Die  erste  Periode  von  5  bis  6  Minuten  Dauer  entspricht  der  Feinperiode
des  grauen  Roheisens  im  Puddelofen;  während  derselben  strömt  aus
dem  Convertorhalse  eine  schwach  leuchtende,  röthlich-braune  bis  gelbe
Flamme  mit  vielen  in  brillantem  Lichte  strahlenden  Funken,  herrührend
von  verbrennendem  Silicium  und  mit  dünnem  Rauche.  Dann  tritt  die
zweite  oder  Kochperiode  von  fast  gleicher  Dauer  ein,  während  welcher
unter  stürmischer  Oxydation  des  grössten  Theiles  von  «  Kohlenstoff  und
Verbrennung  von  Mangan  und  Eisen  bei  häufigeren  Explosionen,  die
Flamme  stark  leuchtend  und :  rauchend  ist.  Die  Intensität  des  Leucbtens
lässt  dann  langsam  nach  und  in  der  ebenfalls  einige  Minuten  dauernden ­
  dritten  oder  Entkohlungsperiode  zeigt  die  Flamme  viele  bunte  Farben, ­
  namentlich  an  den  Rändern,  in  violetten,  grünlichen  und  bläulichen ­
  Nuancen;  gegen  das  Ende  nimmt  die  Masse  der  Flamme  rasch
ah  und  hört  plötzlich  auf.  In  dieser  Periode  ist  der  Rest  von  «Kohlenstoff
verbrannt  und  das  Metall  in  das  Stadium  von  weichem,  meist  verbranntem, ­
  Schmiedeeisen  getreten;  in  dem  jetzt  ruhigen  Bade  befindet  es
sich  jedoch  in  höchst  dünnflüssigem  Zustande.  Darauf  wird  der  Converter ­
  zurückgekippt,  der  Wind  abgesperrt  und  zur  Rückkohlung  schnell
5  bis  10  p.C.  geschmolzenes  Spiegeleiscn  eingelassen,  dann  mit  wieder
angelassenem  Winde  nochmals  auf  und  nieder  gekippt,  worauf  die
Charge,  nach  etwa  20  bis  24  Minuten  im  Ganzen,  zum  Giessen  fertig
ist.  Mit  dem  Einbringen  des  Spiegeleisens  erscheint  nochmals  eine
Flamme,  die  von  der  Reaction  des  «Kohlenstoff  auf  absorbirten  Sauerstoff ­
  in  dem  Metallbade  herrührt.  Durch  den  Zusatz  von  Spiegeleisen,
welches  einen  vorher  ermittelten  Gehalt  von  «Kohlenstoff  hat,  jvird

B  Preuss.  Zeitschr.  f.  Rerg-,  Hütten-  und  Salinenw.  1866,  XIXI,  193;
Dingl.  pol.  J.  CLXXXII,  176.
            
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