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Gruppe III. Chemische Industrie.
dem gänzlich entkohlten Eisen davon so viel mitgetheilt, dass es wieder
den Zustand des Stahls annimmt, den es schon einmal, am Ende
der zweiten Periode, hatte.
Nach vielfachen Versuchen hat sich in England das graue Hämatitroheisen
von Barrow - in - Furness, Cleator Moore und Workington
als am geeignetsten gezeigt und dasselbe wird auch häufig auf
dem Continente angewendet. Es enthielten a. Cumberland - Hämatit-Roheisen
Nr. 2 1 / 3 bis 3; b. ebensolches von Workington Nr. 1; c.
dito Nr. 2; d. dito von Cleator Moore. (Vergl. auch oben Hochofenbetrieb
und Constitution des Roheisens).
«C ßC
a. 0-08 3'30
b. Im
c. 0-236 3-852
d. 4'44
- Si
4-50
2-38
2-195
1-29
P
0-04
Spr.
0-070
0-09
S
0-09
o-oi
0-012
o-oi
Mn
0-57
0-098
0-153
0-03
Ca
Spr.
0-062
Spr.
Die vorstehenden Analysen zeigen ein gaares und reines Roheisen
von hohem Kohlenstoff- und Siliciumgehalt; dagegen ist der Gehalt
an Mangan nur unbedeutend und bei den meisten auf dem Continente
erblasenen Arten von grauem Bessemereisen bedeutender. Man sucht
daselbst sogar möglichst viel Mangan hineinzubringen, weil es als
Indicator für den Grad der Entkohlung gebraucht wird. Der Gehalt
an Silicium ist dagegen bei allen Arten möglichst hoch, weil angenommen
wird, dass von seiner Verbrennung der Temperaturgrad des
Eisens im Convertor wesentlich abhängt, worüber Näheres unten.
Weisses Roheisen ist gleichfalls oft zur Fabrikation von Bessemerstahl
versucht worden, doch hat es bisher nur beschränkte Anwendung
gefunden, weil es im Convertor nicht die erwünschte Temperatur erreicht.
Deswegen hat bei demselben Tunner 1 ) die .Anwendung von
heissem Winde und R. Richter 2 ) einen Zuschlag von Blei oder Bleioxyd
zu der Charge vorgeschlagen, um durch die Verbrennung des
Bleies die Temperatur zu steigern. Das erstere Verfahren wird schon
lange auf dem von Gienanth’schen Werke zu Kaiserslautern und zu
Maximilianshütte bei Regensburg angewendet und auch H. Franke 3 )
sieht in heissem Winde von wenigstens 500° C. den einzigen brauchbaren
Ersatz für das fehlende Silicium. Dagegen werden zu Neuberg
in Steyermark von Stockher seit 1867 in zu kalte Chargen 50 bis
60 Pfd. Kohlenstaub und 8 Pfd. Kochsalz mit dem Winde eingeblasen
«
B Tunner, Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1866, 173. a ) Richter, Berg- u.
Hüttenm. Ztg. 1865, 219, Dingl. pol. J. CLXXVI, 28. 3 ) Pranke, Berg-*
u. Hüttenm. Ztg. 1872, 488; "Wagn. Jahresber. 1872, 95.