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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
bares Material zu erhalten, wurde 'sogenanntes Parry-Metall darge 
stellt, d. h. das Roheisen wurde erst gepuddelt, um den Phosphor zu entfer 
nen, die Luppenstäbe wurden dann in einem Cupolofen unter Wiederauf 
nahme von <xKohlenstoff geschmolzen und das so erhaltene, aber immer 
noch an «Kohlenstoff arme Metall in den Converter gebracht. Roch 
war, wie vorauszusehen, dieses Verfahren theurer, als wenn man fort 
gefahren hätte, in Königshütte Hämatitroheisen aus Cumberland mit 
Spiegeleisen aus Siegen zu verarbeiten! Es wurde demnach hier ge 
zeigt, wie man es nicht machen müsse. Gleichwohl wird die Parry’sehe 
Methode auf den Victoria Iron Works zu Ebbw Vale in Südwales mit 
vier Convertoren ausgeführt. Die Luppenstäbe werden dort mit Kalk 
im Cupolofen umgeschmolzen und sollen dabei 2 p. C. a Kohlenstoff 
aufnehmen. Die Convertoren sind ähnlich wie die schwedischen Oefen 
über dem Boden mit Seitendüsen versehen und werden mit einer Gas 
feuerung weissglühend gemacht, ehe man 20 bis 30 Ctr. geschmol 
zenes Parry-Metall einlliessen lässt. Die Charge wird dann mit Wind 
von 10 bis 15 Pfd. Pressung in 8 Minuten mit Zusatz von 10 p. C. 
Spiegeleisen und bei 10 bis 11 p. C. Abgang im Converter zu Stahl 
Verblasen. 
Ueber die während des Verblasens im Sturzofen, nach der ge 
wöhnlichen englischen Methode, aus demselben entweichenden Gase 
hatr G. J. Snelus zu Dowlais wichtige Untersuchungen angestellt. Bei 
einer Chargendauer von 18 Minuten fand er die Gase zusammengesezt, 
wie folgt nach Minuten: 
C0 2 
O 
CO 
Hl 
NJ 
2. 
10-71 
0-92 
88-37 
4. 6. 10. 12. 14. 
8-59 8-20 3-58 2‘30 P34 
3-95 4-52 
0-88 2-00 
86-58 85-28 
19-59 29-30 31-11 
2-00 2-16 2-00 
74-83 66-24 65’55 
Es fand sich keine Spur von Kohlenwasserstoff vor, doch zeigen 
die Analysen, dass der «Kohlenstoff der Charge fast nur zu Kohlenoxyd, 
wie auch im Puddelofen, verbrennt und zwar in immer gesteigerter 
11 oportion bis zum Schlüsse des Processes, wobei die Kohlensäure be 
ständig an Menge abnimmt. 
Professor Roscoe 2 ) zu Manchester kam 1863 zuerst auf den Ge 
danken, die Bessemerflammen mit dem Spectroskop zu untersuchen, und zu 
gewissen Zeiten fand er im Spectrum derselben charakteristische helle 
Linien- und Absorptionsstreifen, die von Natrium, Lithium, Kalium und 
Kohlenstoff herrühren. Derselbe machte bei einer späteren Untcr- 
’) Snelus, Chem. News 1871, Nr. 619, 159; Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1871, 
422. 2 ) Roscoe, Phil. Mag. V, 318; Dingl. pol. J. CLXIX, 155.
	        
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