MAK

Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

832 
Gruppe III. Chemische Industrie. 
cess bleibt; dann fast zugleich Lithium im Roth und zwei Kaliumlinien im 
Violett, endlich schwache Gruppe von Linien Mangan a zwischen Gelb 
und Grün. Zweite Periode: es entstehen plötzlich glänzende Kohlen 
stoff linien in Roth, Blau und Grün und dann-eine Gruppe schwacher 
Mangan ß Limen im Grün zusammen mit einer einzelnen Linie im 
Violett, darauf nehmen die Kohlenstofflinien in Grün an Helle zu, Li 
thium und Kalium verschwinden, aber gleichzeitig entstehen neue, Man 
gan y, Linien zwischen Grün und Blau, zusammen mit Einigen im Blau. 
Schliesslich verschwinden nach einander die Gruppen Mny, Mn/3, Mn« 
und bezeichnen so das Ende der Kochperiode, während Kohlenstoff 
und Natrium noch bleiben. Dritte Periode: die Kohlenstofflinien im 
Grün werden schwächer und verschwinden plötzlich, die Natriumlinie hält 
aus bis das Spectrum wieder continuirlich wird. 
Das Verschwinden von Mangan bezeichnet daher die Periode der 
Stahlbildung und muss bei der Entkohlungsmethode als Indicator 
besonders berücksichtigt werden. 
Dm bei dem Beobachter der hell leuchtenden Flamme mit dem 
Spectroskop das Auge zu schützen, hat Th. Rowan das Ghromopyro- 
meter auf den Atlas W orks zu Sheffield angewendet und Bleichsteiner 1 ) 
seine Brauchbarkeit auch bei heissen, stark rauchenden, Chargen bestä 
tigt. Es besteht aus einer dunkelgelben Glasplatte, die zwischen zwei 
ultramarinblauen Gläsern liegt, welche zusammen das blendende weisse 
Licht hinreichend absorbiren, aber sonst alle Farben des Spectrums 
erkennen lassen. Betrachtet man die Flamme allein durch das Chromo- 
pyrometer, so zeigt sie sich nach F. M. Sil li man 2 ) zuerst carmoisinroth 
und kurz; dann wird sie blässer, länger und hat eine purpurne Kante, 
in der T lamme selbst zeigt sich ein tief carmoisinrothes Band, von der 
Basis ausgehend, ln der zweiten Periode wird die Flammenspitze von 
einem Kranz von Carmoisin umgeben und die purpurne Kante wechselt 
mit Grün, das nach und nach immer tiefer wird und von Mangan her 
rühren soll, bis die Flamme plötzlich verschwindet. 
Die Beobachtungen der Flamme mit dem Spectroskop und Chromo- 
pyrometer haben ohne Zweifel einen praktischen Werth zur Beur- 
theilung des Oxydationsprocesses im Converter, doch ist es selbstverständ 
lich, dass die dabei auftretenden Erscheinungen je nach der Beschaffen 
heit des Roheisens und auch nach der Temperatur im Ofen verschieden 
sein werden. Ihre Anwendung ist daher gewiss zu empfehlen und auf 
den deutschen und österreichischen Hütten auch allgemein geworden. Auf 
diesen pflegt der Process überdies einen langsameren, für die Beobachtung 
günstigeren, Verlauf zu haben, als auf den englischen Werken, weil man 
1 ) Rowan und Bleichsteiner, Cliem. News 1869, XXIX 170' 
Oesterr. Ztschr. 1869, Nr. 43. 2 ) Silliman, Cliem. News, 1871, Nr. 679,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.