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Gruppe III. Chemische Industrie.
cess bleibt; dann fast zugleich Lithium im Roth und zwei Kaliumlinien im
Violett, endlich schwache Gruppe von Linien Mangan a zwischen Gelb
und Grün. Zweite Periode: es entstehen plötzlich glänzende Kohlen
stoff linien in Roth, Blau und Grün und dann-eine Gruppe schwacher
Mangan ß Limen im Grün zusammen mit einer einzelnen Linie im
Violett, darauf nehmen die Kohlenstofflinien in Grün an Helle zu, Li
thium und Kalium verschwinden, aber gleichzeitig entstehen neue, Man
gan y, Linien zwischen Grün und Blau, zusammen mit Einigen im Blau.
Schliesslich verschwinden nach einander die Gruppen Mny, Mn/3, Mn«
und bezeichnen so das Ende der Kochperiode, während Kohlenstoff
und Natrium noch bleiben. Dritte Periode: die Kohlenstofflinien im
Grün werden schwächer und verschwinden plötzlich, die Natriumlinie hält
aus bis das Spectrum wieder continuirlich wird.
Das Verschwinden von Mangan bezeichnet daher die Periode der
Stahlbildung und muss bei der Entkohlungsmethode als Indicator
besonders berücksichtigt werden.
Dm bei dem Beobachter der hell leuchtenden Flamme mit dem
Spectroskop das Auge zu schützen, hat Th. Rowan das Ghromopyro-
meter auf den Atlas W orks zu Sheffield angewendet und Bleichsteiner 1 )
seine Brauchbarkeit auch bei heissen, stark rauchenden, Chargen bestä
tigt. Es besteht aus einer dunkelgelben Glasplatte, die zwischen zwei
ultramarinblauen Gläsern liegt, welche zusammen das blendende weisse
Licht hinreichend absorbiren, aber sonst alle Farben des Spectrums
erkennen lassen. Betrachtet man die Flamme allein durch das Chromo-
pyrometer, so zeigt sie sich nach F. M. Sil li man 2 ) zuerst carmoisinroth
und kurz; dann wird sie blässer, länger und hat eine purpurne Kante,
in der T lamme selbst zeigt sich ein tief carmoisinrothes Band, von der
Basis ausgehend, ln der zweiten Periode wird die Flammenspitze von
einem Kranz von Carmoisin umgeben und die purpurne Kante wechselt
mit Grün, das nach und nach immer tiefer wird und von Mangan her
rühren soll, bis die Flamme plötzlich verschwindet.
Die Beobachtungen der Flamme mit dem Spectroskop und Chromo-
pyrometer haben ohne Zweifel einen praktischen Werth zur Beur-
theilung des Oxydationsprocesses im Converter, doch ist es selbstverständ
lich, dass die dabei auftretenden Erscheinungen je nach der Beschaffen
heit des Roheisens und auch nach der Temperatur im Ofen verschieden
sein werden. Ihre Anwendung ist daher gewiss zu empfehlen und auf
den deutschen und österreichischen Hütten auch allgemein geworden. Auf
diesen pflegt der Process überdies einen langsameren, für die Beobachtung
günstigeren, Verlauf zu haben, als auf den englischen Werken, weil man
1 ) Rowan und Bleichsteiner, Cliem. News 1869, XXIX 170'
Oesterr. Ztschr. 1869, Nr. 43. 2 ) Silliman, Cliem. News, 1871, Nr. 679,