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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
zeugen, als dies bis jetzt möglich war. Bis heute haben diese Legi- 
rungen wegen ihres theuren Gestehungspreises leider noch keine tech 
nische Verwendung finden können. 
Darstellung des Mangans. Das metallische Mangan lässt 
sich auf verschiedene Weise aus seinen Verbindungen isoliren. Man 
kann zu seiner Gewinnung mit Brunner 1 ) den Weg einschlagen, auf 
welchem das Aluminium erhalten wird, also Manganchlorür oder Man- 
ganfluorür durch metallisches Natrium in der Weissglühhitze reduciren. 
Oder, wie Giles 2 ) und Roussin 3 ), Manganamalgam (aus Mangan 
chlorür mittelst Natrium zu erhalten) in einer indifferenten Gasatmo 
sphäre der Destillation unterwerfen, wobei sich das Quecksilber ver 
flüchtigt und das Mangan in Form einer schwarzen schwammigen 
Masse zurückbleibt. Auch Bunsen’s 4 ) Methode, nach welcher Man- 
ganchlorürlösung der Einwirkung eines starken elektrischen Stromes 
unterworfen wird, führt zum gewünschten Ziele, allein hauptsächlich 
ist es die Eigenschaft der Kohle, bei hoher Temperatur den Mangan- 
oxyden ihren Sauerstoff zu entziehen, welche zur Darstellung des 
Manganmetalls benutzt wird. Diese letztere Methode ist offenbar auch 
für eine Darstellung im Grossen am geeignetsten, da sowohl das Man- 
ganoxyd als auch die Kohle leicht und billig in genügender Reinheit 
und geeigneter Form zu beschaffen sind. Leider ist aber dieReduction 
des Manganoxyds wegen der Schwerschmelzbarkeit und der leichten 
Oxydirbarkeit des Manganmetalls eine äusserst schwierig auszuführende 
Operation. Die zahlreichen Vorschriften, die gegeben worden sind, 
laboriren alle an irgend einem Mangel, welcher ihre Ausbeutung für 
industrielle Zwecke unthunlich macht. Entweder war der Erfolg nicht 
sicher genug, die Ausbeute zu schlecht, oder die Operation zu zeit 
raubend. Nach John mengt man künstliches, durch Glühen von Man- 
gancarbonat im verdeckten Tiegel erzeugtes Manganoxyd mit Oel an 
und glüht die Masse in einem Tiegel, um das Oel zu verkohlen. Diese 
Operation wird mehrere Male wiederholt und schliesslich die schwarze 
kohlehaltige Masse, wieder mit Oel zu einem dicken Brei angerührt, in 
einen mit Kohle ausgefütterten Tiegel gebracht. Nachdem man den 
Tiegelinhalt mit Kohlenpulver bedeckt hat, glüht man zur Zerstörung 
desOels etwa ^Stunde beiRothgluth, worauf man ihn etwa V-fa Stun 
den der heftigsten Hitze des Gebläseofens aussetzt. Nach dem Erkal 
ten des Tiegels findet man das Metall auf dem Boden in Form eines 
Regulus, der aber noch nicht aus reinem Metall besteht, sondern grössere 
oder kleinere Mengen Kohle und Silicium enthält. Durch Umschmelzen 
im Kohletiegel unter einer Decke von Borax kann es gereinigt werden. 
*) Brunner, Pogg. Ann. CI, 264. 2 ) Giles, Phil. Mag. [47] XXV, 
328. 3 ) Boussin, Zeitschr. f. anal. Chem. VI, 100. 4 ) Bunsen,Pogg. Ann. 
XCI, 619.
	        
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