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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Mangan. 845 
Eegnanlt 1 ) benutzt ebenfalls künstlich dargestelltesManganoxyd 
zur Darstellung metallischen Mangans. Er mengt dasselbe mit Yio Kohle 
pulver und i/io Borax und erhitzt das Gemenge im Gebläseofen. Das 
erhaltene kohlehaltige Mangan kann durch Umschmelzen mit ein wenig 
Mangancarbonat bei möglichstem Luftabschluss gereinigt werden. Es 
sei auch noch erwähnt, dass Deville 2 ) das Mangan aus Manganoxyd- 
oxydul darstellt, welches er, mit Zuckerkohle gemengt, in einem 
Kalktiegel einer sehr hohen Temperatur aussetzt. 
Bei all den zuletzt angeführten Methoden erhält man nicht reines 
Mangan, sondern eine dem Gusseisen entsprechende \ erbindung von 
Mangan mit Kohle, welche man nach dem Vorgänge von Hugo Tamm 3 ) 
„Gnssmangan“ nennen könnte. Hauptsächlich ist es aber die von 
ihm nach einem modificirten Verfahren erzeugte Verbindung, welche 
er mit diesem Namen belegt. Er geht von natürlichem Manganoxyde 
aus, und reducirt dasselbe durch Kohle (Kienruss) unter Zuhilfenahme 
dreier Flüsse. 
Der Fluss Nr. I. oder der weisse Fluss besteht aus: 
63 Thl. zerriebenen bleifreien Flaschenglases, 
I8V2 „ gebrannten Kalkes, 
I8Y2 n Flussspath. 
Derselbe ist leicht schmelzbar und dient dazu, die Schmelzbarkeit 
der anderen Flüsse zu erhöhen. Ausserdem ist er das Grundmaterial 
für die Herstellung der anderen. 
Der zweite Fluss oder der schwarze würde folgende theoretisch 
zum Schmelzen des Mangans erforderliche Zusammensetzung haben 
müssen: 
6iy 2 Thle. Fluss Nr. I., 
35 „ natürliches Manganoxyd von guter Quantität. 
3Y2 „ sehr feines Holzkohlenpulver, Kienruss und Lam- 
penruss mit einander gemischt. 
Das Ganze gut mit einander gemengt, Hesse sich sofort verwen 
den , allein man wird die Mischung besser erst mit Oel zu einem 
dicken Brei anrühren, und im verschlossenen Tiegel stark glühen. 
Dabei wird das Manganoxyd zu Oxydul reducirt und der Tiegelinhalt 
nimmt eine grüne Farbe an. Er wird in gepulverter Form verwendet. 
Mit besserem Erfolge verfährt man aber auf folgende Weise. 
Man vermische innig mit einander: 
34 Thle. Fluss Nr. L, 
5Ya „ Lampenruss oder Kienruss, 
6OY2 „ Braunstein von guter Qualität, 
i) Eegnanlt, Graham-Otto Ckem. II, 961. 2 ) Deville, Dingl. pol. 
J. CXL, 428. s ) Hugo Tamm, Chem. News 1872, Nr. 661, 37 ; 
Nr. 666,’ 111; Wagn. Jahresber. XIX, 6; Dingl. pol. J. CCVI, 136; Chem. 
Centralbl. 1872, 668.
	        
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