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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

84C

Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
und  verschmelze  die  Masse  im  Gebläseofen  bei  möglichst  hoher  Temperatur. ­
  Da  aber  selbst  die  besten  Graphittiegel  bei  dieser  Temperatur
der  Einwirkung  des  Flusses  nicht  widerstehen  können,  so  muss,  man
den  Tiegel  vorher  mit  einem  widerstandsfähigen  Materiale  auskleiden,
und  als  solches  hat  sich  ein  Gemenge  von  3  Thln.  Graphit  und  1  Thl.
Lehm,  mit  Wasser  zu  einem  dicken  Brei  angerührt,  trefflich  bewähi’t.
Nachdem  die  Hitze  genügend  lange  eingewirkt,  erhält  man  IV 1 /^  Thle.
Gussmangan,  von  einer  grün  gefärbten,  mit  Manganoxydul  gesättigten
Schlacke  bedeckt.  Diese  Schlacke  wird  fein  gepulvert  und  als  Fluss
Nr.  III.  oder  grüner  Fluss  nunmehr  zum  Redueiren  des  Braunsteins
verwendet.  Da  derselbe  bei  jeder  Operation  wieder  erzeugt  wird,  so
kann  dieselbe  Quantität  immer  wieder  benutzt  werden.  Man  hat  nur
nöthig,  wenn  er  nach  häufigem  Gebrauch  durch  Aufnahme  der  Gangart ­
  des  Erzes  etwas  schwerer  schmelzbar  geworden  sein  sollte,  ein
wenig  von  dem  Fluss  Nr.  I  zuzusetzen,  wodurch  seine  ursprüngliche
leichte  Schmelzbarkeit  wieder  hergestellt  wird.
Die  Wirksamkeit  des  grünen  Flusses  beruht  auf  seinem  Gehalt  an
Glas  (und  Kalk)  als  Lösungsmittel,  Flussspath  als  Flussmittel,  Manganoxydul ­
  und  Kalk  als  Raffinirmittel.  Er  ist  in  der  Hitze  sehr  flüssig
und  führt  durch  seine  Silicate  dem  Gussmangan  etwas  Silicium  zu,
wodurch  dessen  Schmelzbarkeit  erhöht  wird;  auch  bilden  die  Silicate
mit  dem  Eisenoxydul  eine  durch  Kohle  nicht  reducirbare  Verbindung.
Ausserdem  verhindert  das  Manganoxydul  des  Flusses,  dass  das  Gussmangan ­
  mehr  als  ein  gewisses  Mengenverhältniss  von  Silicium,  Kohle,
Eisen  und  den  Erdmetallen  aufnimmt  und  da,  wie  schon  bemerkt,  der
Fluss  vollständig  mit  Manganoxydul  gesättigt  ist,  kann  die  ganze
Menge  des  zugesetzten  Manganoxydes  zu  Metall  reducirt  werden.
Hat  man  den  grünen  Fluss  zur  Verfügung,  so  schlägt  man  zum
Schmelzen  des  Mangans  folgenden  Weg  ein.  1000  Thle.  Manganoxyd
von  guter  Qualität  werden  mit  91  Thln.  Lampenruss  oder  gutem  Kienruss
  innig  gemengt.  Dazu  werden  635  Thle.  des  feingepulverten
grünen  Flusses  gegeben  und  schliesslich  soviel  Oel,  als  nöthig  ist,  die
Masse  gehörig  zu  benetzen.  Die  so  bereitete  Mischung  muss  bald  verschmolzen ­
  werden,  da  sie  nach  etwa  achtstündigem  Stehen  sich  leicht
von  selbst  entzündet.  Sollte  dieser  Fall  eingetreten  sein,  so  kann  man  sie
durch  Zusatz  von  45  Thln.  Lampen-  oder  Kienruss  nebst  etwas  Oel  wieder
brauchbar  machen.  Man  bringt  sie  nun  in  einen  mit  der  oben  angegebenen ­
  Mischung  von  Graphit  und  Lehm  ausgefütterten  Tiegel,  drückt
sie  etwas  zusammen  und  bedeckt  sie  mit  einer  runden,  dicken  Holzplatte,
welche  beim  Erhitzen  verkohlt  und  die  im  Tiegel  befindliche  Masse
vor  Oxydation  schützt.  Der  Deckel  des  Tiegels  wird  mit  feuerfestem
Thon  so  auflutirt,  dass  zum  Entweichen  der  Gase  eine  kleine  Oeffnung
bleibt  und  das  Ganze  alsdann  im  Gebläseofen,  so  lange  noch  Gase
und  Dämpfe  entweichen,  einer  massigen  Temperatur  ausgesetzt.  Später
            
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