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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Mangan. . 849 
die reducirten Metalle vor Oxydation schützt. Derselbe hat sich eben 
falls sein Verfahren patentiren lassen. Ferner wurden im Jahre 1870 
den Herren J. G. Willans 1 ) und J. Brown 2 ) Patente auf Ferromangan 
ertheilt, jedoch enthalten dieselben keine wesentlichen Abweichungen 
von den bereits angeführten Methoden, so dass deren Beschreibung 
hier füglich umgangen worden kann. 
Das Ferromangan enthält ausser Mangan und Eisen noch Kohle, 
Silicium und manche andere Stoffe, die durch Verunreinigungen der 
angewandten Mineralien hineingerathen sind. Als Beispiel möge hier 
die Analyse einer von den Eisenwerken von Resckitza erzeugten Le- 
girung Platz finden, für welche Sturm 3 ) die folgende Zusammensetzung 
gegeben hat: 
C Si P S Cu Mn Fe 
6'21 0'28 O’Oö Spuren 014 69'64 23'45 
Mangan v erbi n düngen als Anstrichfarben. Der Braunstein 
sowie das künstlich erhaltene Mangansuperoxyd haben in den letzten 
Jahren auch zur Darstellung von Farbstoffen, besonders Anstrichfarben, 
gedient. Schon durch blosses Erhitzen an der Luft entsteht nach T. 
Rowan 4 ) eine gute braune Farbe, bei sehr massigem Erhitzen eine 
schwarze. Beide Farben lassen sich auch direct aus Manganchlorid 
(dem Rückstände bei der Chlorfabrikation) erzeugen. 
Ein als Anstrichfarbe wohlgeeignetes grünes Pulver resultirt, wenn 
Mangancarbonat (ebenfalls aus den Chlorbereitungsrückständen durch 
Fällen ipit Alkalicarbonat erhalten) unter Luftabschluss in einem ver 
schlossenen Gefässe erhitzt wird. Man bewerkstelligt den Abschluss 
der Luft, indem man eine an dem Gefässe angebrachte Ansatzröhre 
mit Kohle lose ausfüllt, so dass wohl Gase und Dämpfe aus dem 
Innern entweichen, aber keine Luft eintreten kann. 
Die schöne violette Farbe, die einer Phosphorsalzperle durch Man- 
ganoxyd ertheilt wird, brachte Leikauf 3 ) auf die Idee, aus Phosphor 
säure und Manganoxyd ein violettes Pigment darzustellen. Zu diesem 
Zwecke schmilzt er Braunstein, oder besser ein auf irgend eine Weise 
künstlich erhaltenes Manganoxyd mit Phosphorsäure und kocht die er 
haltene Masse mit Ammoniak oder Ammoniumcarbonat aus, wodurch 
ein Theil des Manganoxyds niedergeschlagen wird. Man filtrirt die 
Flüssigkeit vom Niederschlage ab, und verdampft das Filtrat zur Trockne. 
Hierauf wird die trockene Salzmasse abermals geschmolzen und nach 
dem Erkalten mit Wasser ausgekocht. Es hinterbleibt die gesuchte 
i) J. G. Willans, Ber. cliem. Ges. 1871, 287. 2 ) Brown, Ebendas. 
288. 8 ) H. Sturm, Berg- und Hüttenm. Jahrbuch 1873, 21; Beutsche 
Industriezeit. 1872, 398. 4 ) T. Bowan, Ber. ehern. Ges. 1871, 856. 
6 ) Leikauf, Deutsche Industriezeit. 186, 428 und 376. Dingl. pol. J. 
CXC, 70. 
Wiener Weltausstellung. III. 
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