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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

S61 
Nickel und Kobalt. 
Wird ein Gemisch von Bariumsulfat und Quarzsand erhitzt, so 
gehört starke Weissgluth dazu, dass Schwefelsäure ausgetrieben werde 
und sich kieselsaures Barium bilde; giebt man aber zu dem Gemisch 
Schwefeleisen, so findet schon bei Rothgluth unter Entwickelung von 
schwefliger Säure die Bildung eines leicht schmelzbaren Eisenbarium 
silicates statt. - Schwefelkobalt und Schwefelnickel wirken zwar m 
gleicher Art, jedoch ungleich schwächer, und sobald Schwefeleisen vor 
handen ist wird dieses vor Allem zersetzt, ehe Schwefelnickel durch 
den Schwerspath verschlackt wird. 
Bei der Eisenentfernung im Grossen wird der rohe eisenhaltige 
Stein im Flammenofen mit einem Gemisch von 2 Theilen feinem 
Schwerspath und 1 Theil Quarzsand eingeschmolzen und zwar sind 
für 1 p. C. im Steine enthaltenes Eisen 18 bis 19 p. G. des Schwei- 
spathgemisches erforderlich. Schmilzt man kupfer- und eisenhaltige 
Arsen Verbindungen von Nickel und Kobalt mit diesem Gemisch ein, so 
scheidet sich Schwefelkupfer ab und Eisen wird mit dem Baryt ver 
schlackt, es scheint sich hier zuerst das Arseneisen mit dem Baryt untei 
Bildung von Schwefelbarium zu zerlegen, welches sich mit dem vor 
handenen Arsenkupfer unter Entweichen von Arsen in Schwefelkupfer 
Bei Stolberg in der Nähe von Aachen findet man eine Art eisen 
haltigen Schwerspathes, der für diese Reinigung sehr gut zu verwenden 
ist, um so vortheilhafter, als er beim Erhitzen im Flammenofen zu 
Pulver zerfällt, das Zerkleinern desselben also nur geringe Kosten 
Rud. Wagner i) schlug vor, die oxydirende Wirkung des Chili- 
salpeters für die Entfernung des Eisens, Schwefels und Arsens aus 
eisenhaltigen Nickelsteincu und Speisen zu benutzen. Bei arsen 
haltigen Producten steht diese Methode der meist gebräuchlichen 
d. i. Rösten der eisenfreien Arsenmetalle und nachhenges Erhitzen mit 
Salpeter und Soda nach, weil bei der Wagner'sehen Methode in Folge 
der stetigen Reduction eines Theils Arsenik aus dem arsensauren 
Natron durch Kupfer und Nickel das Arsen nie ganz entfernt werden 
kann; bei schwefelhaltigen Producten hat Verfasser durch die Wag 
ner’sehe Methode das Eisen nicht so vollständig entfernen können, 
wie dies technisch nöthig ist, wahrscheinlich weil durch das Schmelzen 
mit Salpeter der Schwefel leichter als das Eisen oxydirt wird und das 
Eisen der einmal gebildeten Eisennickellegirung durch Salpetei sic , 
wenn überhaupt, nicht viel leichter, als das Nickel oxydirt-). Bagegen 
kann die Wagner’sche Methode dann mit Vortheil angewendet wer 
1) Warner Berg- i* Hüttenm. Ztg. 1870, 134. 2 ) Möglicher Weise 
konnte das Resultat wohl davon abhängen dass glemhzeitig * e nothig 
Menge Kieselsäure vorhanden ist, um das gebildete Eisenoxydul zu binden.
	        
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