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Gruppe III. Chemische Industrie.
der Zusammensetzung mehr oder weniger silberähnlichen Legirung
aus Nickel, Kupfer und Zink.
Die damalige allerdings limitirte Verwendung des Nickels, welche
sich hauptsächlich auf drei grösseren Consumationspunkten, Berlin,
Paris und Wien, mit ihren bedeutenderen Fabriken für Löffel und
Tafelgeschirre aus Neusilber concentrirte, kam um so mehr für die
Entwickelung der Nickelindustrie in Betracht, als dieses Metall immer
mehr oder weniger Luxusartikel blieb, ein Umstand, welcher bei irgend
einer allgemeineren Geschäftskrisis eine Verkaufsstockung mit schneller
Preisverringerung des Productes hervorrief, während auf der anderen
Seite bei flottem Absatz seiner Producte dem Nickelfabrikanten bald
die Erze mangelten, da viele Lagerstätten armer Nickelerze, durch
die Preisvariationen des Nickels, und mithin der Erze, unausgebeutet
liegen bleiben mirssten, weil deren Exploitation eben bei niedrigen
Nickelpreisen ohne Gewinn oder mit Verlust hätte stattfinden müssen.
Um den jungen in Deutschland entstandenen Industriezweig, die %
Nickelfabrikation, auf einer festen Basis zu begründen, um dem Nickel
einestheils nicht bloss als Luxusmetall, sondern als Metall von wirk
lich praktischem Werthe Geltung zu verschaffen, anderentheils ärmere
Erzvorkommnisse ausbeutungsfähig zu machen und sich hierdurch vor
Erzmangel zu bewahren, war es die Aufgabe der Nickelfabrikanten,
neben Vervollkommnung ihrer Fabrikationsmethoden behufs billigerer
Darstellung eines reineren Productes, dem Nickel neue praktische
Verwendungen zu suchen.
Es ist nicht zu verkennen, dass die Nickelfabrikanteu in der
Letztzeit, in der die Nickelindustrie bei den heftigen Schwankungen
der Grossindustrie mehr als jede andere zu leiden hatte, in dieser Be
ziehung eine grosse Thätigkeit entfaltet haben und diese Bemühungen
haben wenigstens nach einigen Richtungen günstige Resultate erzielt.
Im Jahre 1860 wurden in der Geschützgiesserei in Lüttich Ver
suche gemacht, das Gusseisen für Geschützguss durch Zusatz einer
geringen Nickelquantität zu verbessern; das Resultat soll ein negatives^
gewesen sein und wir müssen bekennen, dass wir nicht verstehen, aus
welchen Gründen und auf welche Eigenschaften des Nickels oder des
Roheisens gestützt diese Versuche unternommen worden sind. —
Ungefähr zur gleichen Zeit wurden in Belgien Versuche angestellt,
durch Zusatz von Nickel zum Stabeisen eine besondere Qualität Eisen,
ähnlich gewissen Meteoreisen, zu erhalten, die Resultate entsprachen
indessen nicht den gehegten Erwartungen.
Nickellejrirungen als Lagermetall.
Versuche einer nickelhaltigen Bronzelegirung mit 5 p. C. Nickel
Eingang als Axenlager zu verschaffen, haben ebenfalls kein günstiges