Nickel und Kobalt.
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Uebrigen Kupfer und Zink enthalten; in Folge der Anwesenheit des
Zinks sind diese Gehalte aber nicht constant. 1856 adoptirten die
Vereinigten Staaten von Nordamerika eine gelbliche Legirung aus
12 p. G. Nickel und 88 p. C. Kupfer für die Darstellung der 1-Cents-
stücke.
Nach längerem Studium der Nickellegirungen begann 1860 Bel
gien die Fabrikation von Nickelmünzen aus einer Legirung von 25 p. C.
Nickel und 75 p. C. Kupfer. Eine gleiche"Zusammensetzung adoptirten
1866 die Vereinigten Staaten von Nordamerika für die Darstellung der
3- und 5-Centsstücke; 1872 das Kaiserthum Brasilien und durch
Gesetz vom 9. Juli 1S73 (Reichsgesetzblatt S. 233) resp. Bundesraths
beschluss vom 8. Juli 1873 (Protokolle §.521) das deutsche Reich für
die Darstellung der 5- und 10-Pfennigstücke. Die Vortheile und Nach
theile der binären Legirungen aus Nickel und Kupfer für Münzzwecke
kurz zusammengefasst stellen sich wie folgt heraus: Nickel hat im
Verkältniss zu den anderen für Scheidemünzen verwendbaren Metallen
einen ziemlich hohen reellen Werth; die aus seinen Legirungen dar
gestellten Scheidemünzen können daher mit einem höheren reellen
Werthe ausgegeben werden, ohne durch zu grosses Gewicht unbequem
zu werden.
Belgien emittirte die 5-Centimesstücke pro 1 Kg zu 16'66 Frcs.,
die 10-Centimesstücke pro 1 Kg zu 22'22 Frcs. bei einem Kostenpreise
der Münzen von 8 Frcs. pro 1 Kg und einem reellen Werthe der darin
enthaltenen Metalle (Nickel kostete im Jahre 1860 13 Frcs. das Kg
Kupfer 2 1 / 2 Frcs.) von 5"12 Frcs. pro 1 Jvg, also zu 0 412 vom Kosten
preise und 0"262 vom damaligen reellen Werthe der Metalle ohne
Arbeitskosten.
Deutschland emittirt die 5-Pfennigstücke zu 20 Rink., die 10-Pfennig-
stücke zu 25 Rmk. pro 1 Kg, im Mittel zu 22 1 2 Rmk., bei einem reellen
W erthe der darin enthaltenen Metalle (Nickel jetzt zu 21 Rmk., Kupfer
zu 2 Rmk. das 1 Kg) von 6 5 , Rmk. und die Münzdarstellungskosten
zu 2 1 , Rmk. pro 1 Kg inbegriffen zu einem Kostenpreise der Mün
zen von 9 Rmk. das Kg, also zu 0400 vom Kostenpreise und 0 300
vom reellen Werthe der Legirung. Die sächsischen 5-, 2- und 1-Pfeunig-
stücke aus Kupfer sind mit 6 5 , Rmk. pro 1 Kg emittirt, also zu i.>
vom reellen Metallwerthe.
Die französischen Bronzemünzen sind mit 10 Frc. pro 1 Kg emit
tirt, also zu * 4 vom reellen Metallwerthe.
Man hat daher von den verschiedenen Scheidemünzen pro 10 Rmk,
nominellen Werth zu tragen: