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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

872

Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
Reeller  Metallwerth  nach  den
Metallpreisen  von
1874.  1860.
Deutsches  Nickelgeld  444  g  =  3'00  Rmk.  1*82  Rmk.
Belgisches  „  641  „  =  4'36  „  2'62
Sächsisches  Kupfergeld  l - 482Kg=3'00  „  2’37
Französisches  Bronzegeld  1'250  „  —  2’50  „  2’00  „
Als  Nachtheil  der  Nickelmünzen  könnte  angeführt  werden,  dass
in  Folge  der  Fluctuationen  im  Handelswerthe  des  Nickels  der  reelle
Werth  dieser  Scheidemünzen  ziemlichen  Schwankungen  unterworfen
ist.  Diese  Werthschwankungen  können  jedoch  nur  in  den  Grenzen
bleiben,  wie  sie  andere  für  Scheidemünzen  verwendete  Metalle  bieten.
Es  ist  zwar  eine  Wertherhöhung  des  Nickels  bei  gesteigerter  Nachfrage ­
  möglich,  was  eine  Erhöhung  des  reellen  Werthes  der  Scheidemünzen ­
  mit  sich  bringen  würde,  eine  Werthverringerung  unter  eine
bestimmte  Grenze  ist  jedoch  unmöglich,  denn  ein  geringster  Preis  z.  B.
der  von  den  Jahren  1860  bis  1865,  ist  durch  das  Vorkommen  des
Nickels  in  den  Erzen  selbst  bedingt,  da  unter  einem  bestimmten  Verkaufspreise ­
  des  Nickels  die  Ausbeutung  fast  aller  Nickelerzgruben  und
die  Verarbeitung  der  Erze  auf  Nickel  bei  dem  jetzigen  Standpunkte
der  Wissenschaft  unmöglich  wäre.
Neben  dem  hohen  reellen  Werthe  des  Nickels  sind  die  grosse
Härte  seiner  Legirungen  und  die  Schwierigkeiten,  die  mit  der  Verarbeitung ­
  derselben  verbunden  sind,  speciell  der  jetzt  allgemeiner  für
Münzzwecke  adoptirten  Legirung  aus  25  p.  C.  Nickel  und  75  p.  C.
Kupfer  Hauptvortheile  der  Nickelmünzen.  —  Sie  bilden  die  beste
Garantie  gegen  Nachahmungen,  denn  um  eine  Nickelgeldfalschmünzerei
nutzbringend  zu  machen,  würden  ganz  bedeutende  Capitalanlagen
nothwendig  sein,*  da  die  Darstellung  der  Nickelmüuzen  nur  mit  aussergewöhnlich
  kräftigen  Maschinen  möglich  ist  und  überall,  wo  sie  von
einem  Staate  eingeführt  wurde,  ein  längeres,  kostenbringendes  Studium
der  Art  und  Weise  wie  die  Legirung  zu  verarbeiten  sei  erforderte.
Auf  der  anderen  Seite  bringt  die  grosse  Härte  der  Legirung  aus
Vj  Nickel,  V*  Kupfer  eine  ungemein  lange  Dauer  der  Nickelmünzen
mit  sich  und  beschränkt  daher  die  Kosten,  die  dem  Staate  aus  der
Umarbeitung  abgenutzter  Scheidemünzen  erwachsen,  auf  ein  Minimum.
Bei  seit  10  bis  12  Jahren  im  Umlauf  gewesenen  belgischen  Nickelmünzen
  stellte  sich  die  Abnutzung  wie  folgt  heraus:
Mittel  Maximum
bei  5-Centimesstücken  07  p.  C.  2*5  p.  C.
»  10 -  »  0-38  „  1-22  „
Die  Gewichtstoleranz  bei  der  Emission  der  Nickelmünzen  war  in
Belgien  für  die  5-Centiiiiesstücke  auf  l 5 /io  P-  C.,  für  die  10-Centimes-
            
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