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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
oder alkalische Erden enthalten als es immer will; das einzige wirk 
lich praktische Nickelbad ist aber ein aus vollkommen neutralem, 
kein fixes Alkali oder alkalische Erde enthaltendem Schwefelsäuren 
Nickelammonium bereitetes, da sich nur dieses mit der positiven 
Elektrode aus reinem Nickel fortwährend selbst ersetzt ohne sauer oder 
alkalisch zu werden, während alkalihaltende Bäder Nickeloxyd auf 
der Anode ansetzen und selbst sauer werden, was zu fortwährender 
Correction der Bäder und zu unregelmässigen und schlechten Produc- 
ten führt. 
Folgendes Verfahren hat uns stets gleichmässig gute Resultate 
gegeben' und die Bäder erlitten bei monatelangem Gebrauche keine 
Veränderungen: 
Möglichst kupfer- und arsenfreies Nickel wird in Schwefelsäure 
gelöst und die saure Lösung in eine Lösung von Ammoniumsulfat 
gegossen, wobei wenn die Lösungen nicht gar zu verdünnt und hin 
reichend sauer waren, fast alles Nickel als reines Nickelammonium 
sulfat ausfällt oder auskrystallisirt, während etwa im Nickel enthalte 
nes Kobalt, Eisen oder Kupfer in Lösung bleiben. — Der Krystallbrei 
wird mit kaltem Wasser etwas gewaschen und dann in kochendem 
Wasser gelöst, die Lösung genau mit Ammoniak neutralisirt und das 
Dojspelsalz krystallisiren gelassen, oder die Lösung wird sogleich der 
Art mit Wasser verdünnt, dass sie bei 20 bis 25° concentrirt ist. 
Eine solche bei 20 bis 25° C. concentrirte Lösung dieses neutralen 
Ammoniumdoppelsalzes dient als Vernickelungsbad, welches sich bei 
einer Elektrode aus reinem Nickel stets selbst ersetzt, stets seine 
Neutralität behält und immer gleichmässige Producte liefert; es ist 
hierbei nur zu bemerken, dass die Temperatur des Bades immer nahezu 
die gleiche bleiben muss, sinkt die Temperatur stark, so krystalli- 
sirt Nickelsalz auf die zu vernickelnden Gegenstände aus, die Krystalle 
werden zu Nickel reducirt und in Folge dessen wird der Nickelüber 
zug nicht gleichmässig fest anhaftend, sondern schiefert sich ab. 
Die Batterie braucht nicht sehr stark zu sein, dagegen ist es 
vortheilhaft um schnell zu arbeiten, dass die positiven Elektroden aus 
reinem Nickel eine möglichst grosse Oberfläche haben. Die Darstellung 
dieser Elektroden aus reinem Nickel bietet, der Schwerschmelzbarkeit 
des Nickels wegen, einige Schwierigkeiten. 
Ein deutscher Fabrikant kohlt das Nickel stark, um es leichter 
Schmelz- und giessbar zu machen ; die sehr hübschen aus starkgekohl 
tem Nickel dargestellten Platten geben als Elektroden benutzt sehr 
schöne Producte, nutzen sich aber beim Gebrauch ungemein schnell 
ab. Das stark gekohlte Nickel hat ein strahlig-krystallinisches Gefüge 
und wird, wahrscheinlich in Folge eines ungleichmässig vertheilten 
Kohlenstoffgehaltes, unregelmässig angegriffen, in Folge dessen fallen 
schuppenartige oder krystallähnliche Theile von der Anode in ziem-
	        
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