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Gruppe III. Chemische Industrie.
c) Atif Ausfällung des Kupfers. Mohr 1 ), Fresenius 2 ) und
v. Kripp (c. 1.) ziehen als Fällungsmittel dem Eisen Zink vor und er
hält die Probe dann bei entsprechender Abänderung der Manipulationen
analytische Genauigkeit, insofern das Zink bleifrei und Nickel abwesend
ist, welches vom Zink auch gefällt wird. Eisen wendet man entweder in
Gestalt von einige Centimeter langen Stücken dicken Eisendrahtes an,
mit welchem die Lösung bis zum vollständigen Ausfällen des Kupfers in
einem geradwandigen Kolben erwärmt wird 3 ) oder man senkt in ein
die Kupferlösung enthaltendes Becherglas einen in gewelltem Kreise
gebogenen Draht an einem aufrecht stehenden Drahtstiel, erwärmt die
Flüssigkeit, spült nach dem Ausfällen des Kupfers durch Auf- und Nieder
führen des Drahtes letzteres davon ab, decantirt, bringt die decantirte
Flüssigkeit auf ein Filter, trocknet und verbrennt dasselbe, glüht den
Rückstand und rechnet den aus dem erfolgenden Kupferoxyd sich er
gebenden Kupfergehalt demjenigen zu, welcher durch Auswaschen des
Fällkupfers mit Wasser und starkem Alkohol und Trocknen im Wasser
bado erhalten wird (californisches Verfahren). Die vollständige Aus
scheidung des Kupfers aus der Lösung lässt sich ausser durch Ein
senken eines blanken dünnen Eisendrahtes durcli Schwefelwasserstoff
wasser erkennen.
Man kann zur Beschleunigung der Probe die Lösung in eine mit
Eisenstäbchen versehene Porcellanschale abfiltriren, auch nach der Ab-
scheidung des Kupfers aus der rückständigen Lösung etwa vorhandenes
Nickel durch Zink fällen, während Kobalt in Lösung bleibt.
Classen 4 ) hat statt Zinkes als Fällungsmittel das reinere Cadmium
empfohlen, Wurtz (1. c.) unterphosphorigsaures Magnesium, welches in
mit freier Schwefelsäure versehener Kupfersulfatlösung Kupferwasserstoff
giebt, der sich in Siedehitze in Kupfer und Wasserstoff zerlegt.
d) Auf die Art der Kupferbestimmung. Man bestimmt das Kupfer
entweder auf die vorher angegebene Weise im metallischen Zustande,
wo dann zwei Wägungen nach jedesmal vorherigem Trocknen des
Metalles übereinstimmen müssen; oder das Fällkupfer wird geglüht und
aus dem erfolgenden Kupferoxyd das Kupfer berechnet. War Eisen
zur Fällung angewandt, so kommt je nach der Sorgfalt beim Auswaschen
ein mehr oder weniger grosser Gehalt von basisch schwefelsaurem
Eisen ins Fällkupfer, dessen Gehalt dadurch in Rücksicht gezogen
werden kann, dass man das geglühte und gewogene Kupferoxyd in
Salpetersäure löst, Ammoniak zur Lösung fügt, das ausgeschiedene
Eisenoxydhydrat auf ein kleines Filter von aschenarmem Papier bringt,
’) Kerl’s metallurgische Probirkunst 1866, 200. 2) Classen, Erdm.J.f.
prakt. Chem. 96, 259. 3 ) Mohr, Dingl. pol. J. CLXIV, 443. 4 ) Frese
nius, Fresenius’ Zeitschr. f. analyt. Chem. 1864, III, 334.