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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Kupfer. 885 
behandelte das Kupfer zur Nachweisung eines Kupferoxydulgehaltes 
mit verdünnter Schwefelsäure und Schwefel saurem Silber; erstere zer 
legt das Oxydul in in der Säure sich lösendes Oxyd und metallisches 
Kupfer, welches eine genau der Hälfte des vorhandenen Oxyduls ent 
sprechende Menge Silber ausfällt. Analysen von verschiedenen Kupfer 
sorten sind mitgetheilt von Abel und Field (1. c.); von österreichischen 
Kupfersorten 4 ) durch Löwe, v. Lill, Eschka und Mrazek; von 
Mansfelder Kupfern 3 ) durch Gerhardt; von chilenischem Kupfer 8 ), 
von Unterharzer Kupfer durch Hampe 4 ). Eine in Hindostan gefundene 
Statue des Buddha 6 ) bestand aus gegossenem rohen Kupfer. 
Nach Rust 6 ) lässt sich das Kupfer bei Anwendung von Phosphor 
salz gut schweissen; über die Corrodirbarkeit desselben im Seewasser 
sind Versuche von Becquerel 7 ), sowie von CraceCalvert und John 
son 8 ) angestellt worden; über dessen Giftigkeit mit Berücksichtigung 
seiner Anwendung zu Geschirren hat Chevallier 9 ) eine besondere 
•Schrift veröffentlicht. O’Neill 10 ) fand, dass das Volumgewicht des 
Kupfers beim Auswalzen sich vermindert, indem durch die dabei ent 
stehende Wärme eine Ausdehnung der Moleeule stattfindet, welche 
dann in diesem Zustande verharren. 
Nasse Processe. Die Kupferhüttenpracesse auf nassem 
Wege (hydrometallurgische Processe) haben eine grössere Bedeu 
tung einmal dadurch erlangt, dass sie bei ärmeren und reicheren Sub 
stanzen die Gewinnbarkeit eines Gold- und Silbergehaltes begünstigen, 
dann die Verhüttung armer Erze zulassen, welche auf trockenem Wege 
eine vortheilhafte Gewinnung des Kupfers nicht mehr gestatten. Na 
mentlich ist- man durch die Ausbildung des Chlorationsprocesses dahin 
gelangt, kupferarme Kiesrückstände der Schwefelsäurefabriken, welche 
früher einen lästigen Ballast derselben bildeten, nicht nur auf Kupfer, 
sondern auch die davon befreiten, eisenoxydreiehen Rückstände zur Er 
zeugung von Roheisen und Eisenschwamm, in Puddelöfen u. s. w. nutz 
bar zu machen. Im Jahre 1869 wurden aus solchen Kiesrückständen 
an 7600 Tonnen Kupfer in England producirt. 
Bei der Kupfergewinnung auf nassem Wege können folgende Ope 
rationen Vorkommen: 
4 ) Löwe, v. Lill, Eschka und Mrazek, Wagn. Jahresber. 1864, 
111; 1866, 71; 1867, 115. 3 ) Gerhardt, Ebend. 1870, 118. 3 ) Ebend. 
1871 , 155. 4 ) Hampe, Wagn. Jahresber. 1871, 153. B ) Ebend. 1865, 158. 
6 ) Rust, Ebend. 1868, 118. 7 ) Becquerel, Dingl. pol. J. CLXXIN, 41. 
8 ) Crace Calvert und Johnson, Dingl. pol. J. CLXXX, 301. 9 ) Che 
vallier, Le cuivre et les sels de cuivre sont-ils toxiques? Les utensiles de 
cuivre sont-ils dangereux? Paris, Reuou et Maulde, 1867. 10 ) O’Neil, 
Wagn. Jahresber., 1862, 100.
	        
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